gwelle

Teil 17
Alles was ist, sind Lektionen...
oder Laura findet Reiki und muss dann die Suppe auslöffeln – Erbsensuppe natürlich.


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Esoterisches Glossar

FAQ: Häufige Fragen an Cassiopaea


Die Welle

Einleitung

Kapitel:
01, 02, 03, 04, 05, 06, 07
08, 09, 10, 11, 12, 13, 14
15, 16, 17, 18, 19, 20, 21
22, 23, 24, 25, 26, 27, 28
29, 30, 31. 32, 33, 34, 35
36, 37, 38, 39, 40, 41, 42

Abenteuer mit Cassiopaea:
Einleitung

Kapitel:
43, 44, 45, 46, 47, 48, 49
50

Zugehörige Artikel:
Die Greenbaum Rede
Elaine und die Schwestern des Lichts


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Erinnert euch, was ich im letzten Kapitel sagte:

Ich hatte scheinbar einen Zustand der Liebe und Akzeptanz für alle Menschen, alle Wege, für alle, die sich in ihrer Ignoranz abmühen, erreicht. Ich arbeitete so hart wie möglich daran, (für meinen schlechten körperlichen Zustand war es erheblich viel) die Dinge für jene, die fragten, zu „reparieren“. Ich wies nie eine Bitte um Hilfe zurück, ob die Leute nun bezahlen konnten oder nicht. Ich tat es nicht des Geldes wegen. Ich war in einem bestimmten Sinn in genauso einer schlechten Situation, wie damals, als mir die „Stimme“ gesagt hatte, dass ich über das „Böse“ lernen muss. Das habe ich versucht. Ich habe versucht zu lernen, es zu identifizieren. Was ich dabei nicht wusste und was ich zu lernen hatte war, dass das, was sich oft als Licht und Wahrheit manifestiert, dies NICHT ist, sondern eine Irreführung in die Dummheit darstellt. Das war der immer noch ungelernte Teil der „Liebeslektion“. Ich hatte bereits die Lektion gelernt, dass große religiöse Organisationen ein Weg zu Zerstörung sein können, aber was ich nicht wusste war einfach, wie subtil und qualvoll diese Irreführung sein kann und wie sie sich auf individueller, persönlicher Basis manifestiert.

Praktisch bedeutete das, dass ich meine Konzepte mehr oder weniger in die Richtung der Standard New-Age Versionen von „unkonditionierter Liebe“ erweiterte. Das heißt, dass man jeden und alles liebt und sich selbst mit Liebe und Licht umgibt, durch tägliche Meditationen und Bekräftigungen, und dabei durch sein Leben im Glauben segelt, dass wenn man an Liebe und Licht GLAUBT, daran glaubt, dass alles LIEBE ist und zu LIEBEN ist, man diesen Wunsch erfahren wird. Es bedeutet auch Vergebung in größeren Zusammenhängen: das konstante „Aufheben der Schwäche anderer Menschen“, da im größeren Zusammenhang der Dinge niemand schwach IST! Sie sind einfach wer und was sie sind, und es ist UNSERE Aufgabe, sie zu lieben und weiterzugehen mit dem Fluss zu gehen; alles und jeden zu akzeptieren und mit allen Menschen in einer großen Orgie von Liebe und Licht herumzuhängen. Was sollte man sonst mit der Erkenntnis anfangen, dass es keine Ursünde gibt, dass wir alle eins sind?

Das klingt irgendwie nach dem, was mich meine Erfahrungen gelehrt haben, oder?

Ja und Nein.

Um dazu wieder ein praktisches Beispiel zu geben, wie sich die nächste Lektion gezeigt hat, kehren wir zu den Begebenheiten in der Schule, d.h. meines Lebens, zurück.

Am Tag nach meinem kleinen „Gespräch mit Gott“ kam ein Brief in der Post meiner Mutter an und sie rief an, damit ich vorbeikommen und einen Blick darauf werfen sollte. Er war von einer lokalen Rentnerorganisation, die einen Kurs in Heimhilfe für Rentner, die körperlich fit waren, anboten. Dieser Kurs war für Personen gedacht, die noch im Leben standen und die eine „neue Karriere“ machen wollten, bei der sie aus dem Haus kommen, sich nützlich machen und dabei ihre Langeweile überwinden konnten. Dafür würden sie bezahlt werden. Was für ein Geschäft! Für meine Mutter klang das zu schön um wahr zu sein. Es war für Rentner völlig gratis, alle nötigen Dinge, inklusive Uniformen, wurden bereitgestellt; sogar für den Transport zum und vom Kurs wurde gesorgt. Interessierte sollten einfach die Nummer anrufen und sich einen Kursplatz reservieren.

Mutter war von dieser Möglichkeit etwas zu tun und sich wieder einen Platz in der Welt zu schaffen sehr angetan. Ich stimmte ihr zu, dass sie, wenn sie eine neue „Laufbahn“ einschlagen wollte, dort anrufen könnte. Also rief sie an und fand heraus, dass sie gerade noch einen Platz bekam, weil das Interesse an dem Angebot sehr stark war. Keine Überraschung.

Nachdem sie ungefähr eine Woche diesen Kurs besucht hatte, erzählte sie mir, dass sie von einer Dame in ihrer Klasse zu einem „Open House“ eingeladen worden war, am nächsten Mittwoch, und sie fühle sich verpflichtet hinzugehen, da diese Dame sehr beliebt war und immer ihre Jause mit allen teilte und auch sonst sehr freundlich und liebenswürdig war. Sie würde mich aber brauchen, damit ich sie zu dieser Abendveranstaltung hinbrachte und wieder abholte. Ich war froh, dass sie sozusagen wieder „ein Leben“ anfing, also half ich ihr in ihrem Vorhaben gerne. Kein Problem.

Damals, nach der UFO – Erfahrung, die meinen Gesundheitszustand kritisch werden ließ, musste ich mit meinem Energiehaushalt sehr vorsichtig umgehen, damit ich zumindest die wesentlichen Dinge verrichten konnte. Trotzdem, sogar mit solcher Vorsicht, hatte ich oft kaum Energie, um irgendetwas zu tun. Ich wurde dazu gedrängt, bald wieder mit Hypnose Sitzungen zu beginnen und die dazwischenliegende Freizeit als Erholung zu verwenden. Jede Nacht wurde ich mit nahezu permanenter Angina, geschwollenen Augen und Schleimhäuten gequält, was ich als allergische Überreaktion deutete; ich nahm die ganze Zeit über Benadryl, was einige der Symptome linderte, aber die Nebenwirkung hatte, mich auszuknocken. Keine schöne Art zu leben. Ich funktionierte nur auf Sparflamme und doch erschien es, als ob ich normal leben würde. Wenn mich jemand ansah, konnte er keine Krankheiten erkennen, aber ich war in einem Körper gefangen, der wie eine Maschine zu sein schien, die einen Kurzschluss nach dem anderen hatte oder durchbrannte. (Natürlich bemerkte ich nicht, dass sich dabei neue Kreisläufe bildeten, das wurde mir erst später klar.)

Meine Mutter war also zu diesem Abend eingeladen und ich teilte meine Energie so ein, dass ich für ihren Transport sorgen konnte. Doch genau an diesem Tag geschah es, dass ich so starke Schmerzen hatte und so erschöpft war, dass ich mir nicht vorstellen konnte, wie ich dieses Versprechen hätte einlösen können. Mutter kannte meinen Zustand und drängte mich nicht weiter. Irgendwann am Nachmittag kollabierte ich auf meinem Bett und schlief sofort ein. Ein paar Stunden später erwachte ich, und fühlte mich – erstaunlicherweise – fast „normal“. Ich erinnerte mich, dass ich meiner Mutter etwas versprochen hatte. Ich hatte noch genauso viel Zeit wie ich benötigte um Mutter ins Auto zu verfrachten und sie zu ihrem „Open House“ zu bringen. Ich rief sie an und sagte ihr, dass sie sich fertig machen sollte, ich wäre in ein paar Minuten bei ihr und würde sie abholen.

Als wir bei diesem „Open House“ ankamen, war ich mir nicht sicher, was dort los war. Ungefähr fünfzehn Personen standen um Leute herum, die auf Massagetischen lagen, und hatten ihnen ihre Hände aufgelegt. Räucherstäbchen wurden abgebrannt und im Hintergrund spielte „New Age“ Musik. Einige Menschen hatten ihre Augen in meditativer Ruhe geschlossen. Ich war mir nicht sicher, ob ich da nicht in eine neue Version fundamentalistischen Handauflegens hineingeraten bin, oder so etwas ähnlichem!

Da ich ein Mensch bin, der versucht, zwischen gutem Benehmen und meiner Neugier ein Gleichgewicht herzustellen (was manchmal zu lustigen Situationen führt, das kann ich euch sagen!), setzte ich mich, nachdem die Vorstellung vorüber war, in einen Sessel und fragte so etwas wie „Was genau macht ihr da, welche Idee steckt dahinter und nach welcher Prozedur geht ihr genau vor?“ Kein Grund um auf den Busch zu klopfen! Ich erwartete etwas wie „wir beten“ oder „wir meditieren für Gesundheit“ oder so etwas in dieser Art. Stattdessen war die Antwort: „Wir channeln Reiki.“

Na gut. „Was ist Reiki?“

Die verschiedenen Teilnehmer erzählten mir die gesamte Geschichte von Dr. Usui, während sie weiterhin ihre Hände auf den „Patienten“ behielten. Sie erklärten mir jede Bewegung und Platzierung der Hände und im Fortdauern des Abends wurde ich immer skeptischer. Ich meine, von allen Heilmethoden, die ich versucht habe, oder über die ich gehört oder gelesen habe, war diese sicherlich die nebulöseste und am wenigsten übliche! Es schien mir offenkundig lächerlich, dass jemand einen anderen Menschen so „einweihen“ oder „einstimmen“ kann, dass dieser neue „Kräfte“ erlangen kann um wieder einer anderen Person eine Energie zuzuführen, die erstaunlich und wunderbar wirken soll! Ich dachte mir schon, dass sie als nächstes sagen würden, dass einem Reiki helfen würde, übers Wasser zu gehen! Wenn sie das gesagt hätten, wäre ich sofort gegangen. Die Leute drängten mich, „es zu versuchen“ aber ich schaffte es, das fast elegant abzulehnen. Ich hätte mich sehr dämlich gefühlt, wenn ich eine dreiviertel Stunde auf dem Tisch gelegen hätte und fünf Leute mir ihre Hände aufgelegt hätten. Das würde nicht geschehen!

Aber ich versuchte, in meiner Skepsis höflich und freundlich zu bleiben und bald darauf kam das Gespräch auf Astrologie – ein sicherer Boden für mich – und ich erwähnte nebenbei, dass ich mit einem Computerprogramm arbeitete, das ziemlich gute Horoskop-Zeichnungen erstellte. Die Dame, die das Reiki – Open House veranstaltete, bot mir einen Handel an... drei Reiki Behandlungen gegen ein Horoskop.

Wie dumm kann man eigentlich sein?! Ich fragte mich, ob die Dame noch ganz bei Sinnen sei, da sie mir einige Stunden ihrer Zeit und ihrer Arbeit gegen ein paar Minuten Dateneingabe und Horoskopausdruck anbot! Das schien mir nicht ganz fair für sie zu sein, aber wenn sie dumm genug war, davon überzeugt zu sein, dass sie über ihre Hände „heilende Energie“ zu mir „channeln“ konnte, und bereit war das auch zu tun, dann war ich für einen Test bereit. Ich war überzeugt, dass es ein weiterer Flop werden würde, aber vielleicht bekam sie ja auch auf diese Art ein Horoskop erstellt, das sie sich ansonsten nicht leisten hätte können. Um ihr „Gesicht zu retten“ stimmte ich zu. Wir vereinbarten einen Termin für den folgenden Tag, und sie kam.

Da war ich also wieder, in solch schlechter Verfassung, dass man mir helfen musste, mich auf den Massagetisch zu legen, der in meinem Wohnzimmer aufgestellt worden war. Noch peinlicher war jedoch, dass ich während der Behandlung eingeschlafen bin! Als sie ihre Hände auflegte, war alles, was ich wirklich fühlen konnte (und ich war sehr aufmerksam und SEHR skeptisch), eine Wärme, die nicht viel mehr als eine gewöhnliche Wärme war, die entsteht, wenn einem jemand die Hände auflegt. Aber die eigentliche Überraschung kam erst am Ende der Behandlung, als ich vom Massagetisch AUFSTAND. Ich konnte kaum stehen! Mir war so schwindlig, als ob ich wirklich betrunken gewesen wäre! Als ich versuchte zu gehen, musste ich mich an den Möbeln und an den Wänden anhalten, sonst wäre ich umgefallen. Man musste mir zu meinem Bett helfen wo ich wieder kollabierte und meine Augen schloss. Doch das half diesmal nichts, da ich immer noch dasselbe Gefühl hatte, als ob ich betrunken wäre, alles drehte sich und mir war schlecht! Als ich meine Augen wieder öffnete und versuchte, mich auf die Zimmerdecke und die Wände zu konzentrieren, drehten sich diese wie wenn ich ein Kind wäre, das sich lange im Kreis gedreht hatte und sich dann niederfallen ließ um die Bewegung der Wolken und des Himmels zu betrachten. Ich war ernsthaft darüber besorgt, dass etwas in mir völlig durchgedreht sei und ich hoffte, es würde bald vorbeigehen. Mir war schlecht und ihr spürte ein schleichendes Kribbeln, genauso wie wenn man betrunken ist! Ich versuchte tief zu atmen und die Drehung in meinem Kopf zu stoppen. Bald schlief ich ein.

In dieser Nacht schlief ich besser als in den 18 Jahren zuvor. Am nächsten Tag, als ich den Wäschetrockner befüllte, war mir jedoch immer noch schlecht. Plötzlich bemerkte ich, dass mich mein Rücken nicht mehr schmerzte. Und nicht nur das, ich bemerkte auch, dass ich bereits so viel Hausarbeit verrichtet hatte, wie ich schon seit langer Zeit nicht mehr geschafft hatte! Ich hatte einfach eine Arbeit nach der anderen angepackt, ohne irgendetwas Unübliches dabei bemerkt zu haben. Ich merkte erst nach einigen Stunden Arbeit, dass etwas „anders“ war. Es fehlte etwas. Es fehlte der lang gewohnte Schmerz.

Nun, für eine, die sich daran gewöhnt hatte, unter Schmerz zu funktionieren; die Wege und Mittel entwickelt hat, ihr Leben mit dem Schmerz zu bewerkstelligen; und die NIEMALS schmerzfrei war, war das eine so aufregende Angelegenheit, dass ich mich niedersetzen musste und geistig über meinen Körper strich um zu sehen, ob sich nicht doch irgendwo ein gewohntes Stechen einstellte. Ich hatte KEINE SCHMERZEN. Ich war sicher, dass ich jeden Moment wieder niederbrechen würde und so stand ich vorsichtig auf und machte mit der Arbeit weiter. Ich beobachtete mich dabei andauernd, ob der Schmerz nicht doch wieder irgendwo auftauchen würde. Und eigentlich hoffte ich sogar darauf, dass der Schmerz wieder zurückkommen würde, da ich ansonsten zugeben müsste, dass Reiki funktioniert hatte! Und wir können doch sicher nicht so einen Blödsinn glauben! Was für ein Dilemma!

Nun, eines ist klar: Ich habe NICHT erwartet, dass Reiki funktionieren würde. Weiters, ich habe erwartet, dass die Schmerzen zurückkommen würden. Aber hier ging irgendetwas OBJEKTIVES vor sich, das ich nicht verstand. Ich war bereits ziemlich überzeugt gewesen, dass das, was man denkt oder erwartet, das sei, was man erfährt, und dass Glaube ein integrierter Bestandteil eines Heilprozesses sei, und ich war bereit gewesen, was auch immer aus meinem Unterbewussten auszugraben, was dort für mein Leiden verantwortlich vergraben lag; was mich daran gehindert hatte, den Glauben an eine Heilung zu haben. Aber jetzt erfuhr ich ein Resultat, an das ich KEINEN irgendwie gelagerten Glauben gehabt hatte. Und darüber hinaus war meine Skepsis gegenüber Reiki ziemlich tief verwurzelt gewesen; aber es hatte scheinbar trotzdem funktioniert. So ähnlich musste es sein. Wie sollten wir uns das sonst erklären? Ich begann aus Dankbarkeit zu weinen. Nur diejenigen, die selbst lange und andauernde Schmerzen gehabt haben, können verstehen, wie ich mich OHNE Schmerzen gefühlt habe.

Aber ich war weiterhin wachsam. Sogar obwohl ich eine „momentane Befreiung“ hatte, erwartete ich die Schmerzen zurück.

Ich holte meine Tochter ab und während wir heimfuhren, erzählte ich ihr, dass meine Schmerzen weg seien und dass ich glaubte, dass sie durch Reiki verschwunden sind. Sie lachte mich aus und meinte, dass es nur funktioniert habe, weil ich daran geglaubt habe. Ich meinte, dass es genau umgekehrt war. Und seitdem untersuche ich genau, was dieses Reiki ist.

Es wurde immer besser. Nach zwei weiteren Behandlungen innerhalb einer Woche war ich überzeugt, dass es funktionierte, wie auch immer. Ich besuchte daraufhin regelmäßig diese Open House Veranstaltungen. Ich war nicht nur von meinen Rückenschmerzen geheilt, auch die Angina - Anfälle verschwanden fast völlig, die Schwellungen meiner Augen und meines Halses gingen vollständig zurück, mein Energiepegel stieg und ich konnte mehr Klienten empfangen und aktiver sein, was mir sehr gut passte! Doch ich dachte immer noch, dass es nicht Reiki selbst war, sondern nur eine Energieübertragung, die jedermann erreichen kann, wenn ein paar Leute ihre Hände nur 45 Minuten jemandem auflegen. Trotz der Vorteile, die ich empfangen hatte, hatte ich meine eigene Theorie darüber, was es war. Natürlich war es absurd zu glauben, dass jemandem eine solch fast magische Fähigkeit für andere Menschen „verliehen“ werden konnte?! Und um es klarzustellen, ich war besorgt, als der Reiki – Meister, der meine neuen Bekannten initiiert hatte, sein Kommen ankündigte – es schien darum zu gehen, in diesen Open House Veranstaltungen neue Schüler anzuwerben. Ich würde bei dieser neuen Entdeckung all meine Beobachtungskräfte und meine ganze Skepsis aufbringen. Wenn etwas an diesem Reiki – Geschäft dran war, dann würde ich es herausfinden. Ich hatte keinen Grund daran zu glauben, solange es nicht mehr oder weniger objektiv bewiesen war.

Als der Tag der ersten Initiation kam, war ich sozusagen „gespannt wie ein Flitzebogen“ und suchte bewusst nach jeglichem Hokuspokus, der die Wahrheit enthüllen würde: dass den Leuten Unsummen von Geld abgenommen werden würde, damit sie glauben, Reiki channeln zu können, wenn sie tatsächlich nur einen natürlichen Energiefluss beeinflussen, der allen verfügbar ist, die die Geduld haben, mit ihren Händen auf einem anderen Menschen herumzustehen. Das einzige, was ich beim dazugehörigen Einstimmungsvorgang verspürte, war irgendwie eine Art allgemeiner Hitze, von meinem Becken aufwärts zu meinem Kopf und einen leisen „platzenden“ Ton in meinem Kopf. Aber das war so unklar, dass ich es als subjektive Wahrnehmung beiseite schob.

Was jedoch später am Abend geschah, war überraschend. Es wurde uns gesagt, dass der Körper, nach der Einstimmungsphase, einige Anpassungssymptome erfahren würde, so wie schrecklichen Durst, Wasserlassen oder sogar Durchfall. Was ich aber nicht erwartet hatte war, dass, als ich meine Hände in die NÄHE meiner Kinder brachte, ich eine einen klaren und deutlichen „Hitzestrom“ auf meinen Handflächen spürte, wie bei einem Fön. Ich fühlte das BEVOR meine Hand nahe genug war, um die normale Körperwärme des anderen feststellen zu können. Ich würde sagen, es waren ca. 15 cm Abstand dazwischen. Es gab ein deutliches „magnetisches“ Gefühl zu dieser Hitze, ähnlich zweier Magnete, die sich an einem bestimmten Entfernungspunkt anzuziehen beginnen. Als ich dies das erste Mal verspürte, zuckte ich mit meinen Händen zurück, als ob ich mich verbrannt hätte. Und dann begann ich damit zu experimentieren. Ich bewegte meine Hand immer näher bis ich deutlich den Punkt verspürte, an dem dieses Gefühl auftrat, und dann bewegte ich meine Hand absichtlich sehr langsam näher um die Auswirkungen bei jeder Entfernungsstufe fühlen zu können. Es war eindeutig da. Keine Frage. Und die Kinder konnten es auch fühlen.

Wieder zuhause saß ich an diesem Abend auf unserem Sofa und mein Sohn setzte sich vor mir auf den Boden und lehnte sich gegen meine Beine. Sobald er sich angelehnt hatte konnte er die Hitze spüren, die von meinen Beinen auf seinen Körper überzuspringen begann, wieder genauso wie bei einem Haarfön. Offenbar funktionierte das nicht nur mit den Händen! Das betraf den ganzen Körper! Uns wurde von diesem Kontakt so heiß – in einem Zimmer mit Klimaanlage – dass mein Sohn meinte, „Mama, hier ist es zu heiß“ und wegging. Wir waren beide schweißnass. Es zeigte sich, dass es einige Monate dauerte, bis die Kinder von dieser „Wirkung“ nicht mehr betroffen waren. Bis dahin trat es immer auf, wenn ich jemanden mit zuwenig Energie berührte. Ich vermute, dass die Kinder mit der Zeit „energetisiert“ wurden und danach nicht mehr so stark diese Energie „abzogen“. Wenn eines der Kinder krank wird, „ziehen sie“ natürlich Energie ab, aber das ist nichts im Vergleich zur Zeit der Reiki Initiation. (Einige Zeit später, als ich die Einstimmungen für die Meisterstufe erhielt, schälten sich meine Handflächen und waren für einige Wochen mit Blasen übersät.)

Am Ende kam ich also zum Ergebnis, dass es scheinbar OBJEKTIVE Realitäten gibt, wo kein Glaube nötig ist oder verlangt wird. Wenn man diese objektiven Ebenen kennt oder zu ihnen Zugriff hat, kann man jene Prinzipien entdecken, die sich mit den eigenen Handlungen, die aus subjektiven Gründen durchgeführt werden, decken.

Hier geht es aber nicht über Reiki an sich. Es geht um die involvierten Leute und die daraus erworbene Lektion. Denn es scheint, dass die Heilung, die mir durch Reiki widerfuhr, erst die „Einrichtung“ dessen war, in dem sich die Lektion selbst entfalten konnte.

Diese Reiki – Gruppe war ein recht lustiger Zusammenschluss von Leuten. Ihr äußerer Zusammenhalt wurde, soweit ich das bestimmen konnte, durch das gemeinsame Besuchen einer metaphysischen/spirituellen Kirche gebildet, die den Reiki – Meister als Teil eines ihrer vielen Programme eingeladen hatte. Augenscheinlich arrangierten sie auch Seminare über andere Lehren und waren mit der Verbreitung vieler populärer Richtungen, wie der hawaiianischen Huna – Lehren, psychischer Heilungen, Kabbala, Tarot, Meditation, Channeling, indianischem Schamanismus, Schwitzhütten und so weiter und so fort, beschäftigt, indem sie solche Kurse anboten. Es war ein ausgewachsener Supermarkt für New Age Leckerbissen!

Nachdem ich nun meinen persönlichen „Beweis“ über die Sinnhaftigkeit von Reiki hatte, war ich ziemlich neugierig, was noch auf der Speisekarte stand. He, wenn das alles funktionierte, wer weiß, was ich nicht alles in der Zeit, als ich Student und nicht Teilnehmer war, versäumt hatte! Es öffnete sich mir eine völlig neue Welt und ich war bereit hineinzutauchen! Ich hatte nie viel davon gehalten, an irgendwelchen Gruppen teilzunehmen, aber diese Reiki – Mannschaft, die sich jeden Mittwoch traf, war so wundervoll, machte so viel Spaß und hatte solch einen gewaltigen Effekt auf meine Gesundheit, dass ich wusste, dass es Zeit war, dieses „Einzelgängerdasein“ meiner Persönlichkeit abzulegen. Schlussendlich hatte ich „meine Gruppe“ gefunden, oder so ähnlich schien es.

Ich erzählte in der Gruppe ein wenig über meine Arbeit mit der Geistbefreiung und sie nickten alle weise, dass ihnen allen solche Probleme bekannt seien und dass ihr Prediger in der metaphysischen Kirche auch über solche Sachen gesprochen hatte und dabei gemeint hat, dass sie sich nur mit Liebe und Licht umgeben müssten und alles wäre gut. Ich meinte darauf, dass einige seriöse klinische Studien diese Meinung nicht bestätigen, aber sie versicherten mir, dass es so wäre. Die Menschen hätten nur dann Anhaftungen, wenn sie sich nicht ausreichend mit „Liebe und Licht“ umgeben würden, und der einzige Weg dies richtig zu tun, ist das Erlernen der richtigen Techniken, natürlich von solch einem Lehrer wie zum Beispiel die große Reverend Ruth in ihrer Kirche. Reverend Ruth schien auch die einzige Expertin in allen anderen Fragen zu sein, also war ich ziemlich an einem Treffen mit solch einem Vorbild interessiert. Und außerdem sollten die Reiki Einstellungen den Energiefluss so einrichten, dass keine negative Energie in die Aura der Person eindringen könnte. Ich sollte mir also wegen Geistanhaftungen und solchen Sachen keine weiteren Sorgen machen. Ich war nun ein veritables „Lichtwesen“ geworden und kein Problem in meiner tiefen Psyche oder keine Art von Dunkelheit aus der äußeren Welt könnte angesichts eines solchen Lichtes überleben! Toll! Was für ein Deal! Ich kam sogar schon auf den Gedanken, dass alle zukünftigen Kunden, die wegen einer Geistbefreiung zu mir kommen würden, eine Reiki Initiation erhalten sollten, damit sie ab diesem Zeitpunkt geschützt sein würden. Super, ich wollte dem gesamten Planeten Reiki geben! Eine solche Heilung kann einen leicht über das Ziel hinaus schießen lassen.

Ich wurde in die Kirche eingeladen. Reverend Ruth, die „Expertin der Mysterien“, wurde mir von einer Frau aus der Reiki – Gruppe vorgestellt. Ich war ein wenig über die „anhimmelnde unterwürfige“ Art all der Reiki – Leute verwundert, die sie angenommen hatten, sobald wir in die Nähe der Kirche kamen. Ich wusste auch nichts mit Reverend Ruth anzufangen, die in ihrem Rollstuhl saß. Aber ich fühlte einen Kälteschauer, als ich ihr in die Augen blickte, und es schien fast für einen Augenblick, dass etwas anderes in ihrem Blick lag, bevor dies schnell wieder verschwand. Und wieder zweifelte ich an meiner Wahrnehmung. Sicherlich konnte die Lehrerin all dieser wundervollen Menschen, mit denen ich nun verbunden war, nicht anderes als heilig sein! War letztendlich nicht sie die der Ursprung all der Wohltätigkeit, aus der Reiki, meine Rettung, entsprang?!

So wie in einer gewöhnlichen Kirche beinhaltete der Gottesdienst das Singen von Hymnen. Nun, das war fein! Ich singe immer schon gerne – in der Kirche war das meine Lieblingsabteilung. Nur hatte das Lied, das hier gesungen wurde, niemand vorher schon einmal gehört gehabt. Aber auch die Organistin, die das Lied ausgewählt hatte, dürfte es vorher nicht gekannt haben! Das ganze war dadurch noch schlimmer, da die Organistin offenbar ihr Instrument nur bruchstückhaft beherrschte. Sie brauchte nachdem sie die Noten gelesen hatte so lange, um mit ihren Fingern die nächsten Taste zu suchen, dass das Stück klang, als ob ein Trauergesang bei einem Begräbnis im Treibsand versinkt. Die Kirchengemeinde – hauptsächlich Frauen – wartete auf jeden Ton, um dann weiterzusingen. Als dann der Ton erklang, war er dann von einem Bassakkord begleitet, der wie das Brüllen eines brunftigen Elefanten klang und all die Stimmen erhoben sich dabei und versuchten den Ton zu treffen... aber die Organistin entschied dann plötzlich, dass sie den falschen Ton getroffen hatte, spielte dann den richtigen Ton und die ganze Gemeinde sang den bereits angestimmten Ton leiernd in die nunmehr richtige Intonation hin. Zumindest DAVON würde niemand hypnotisiert werden, dachte ich!

Glücklicherweise verließ mich mein Sinn für Humor dabei nicht, obwohl meine ästhetischen Sinne so vergewaltigt wurden, dass sie bereits schmerzten! Da ich nicht nur Noten lesen, sondern auch singen kann, wollte ich in dieser Situation „helfen“ indem ich einfach die richtigen Töne im richtigen Tempo sang, gerade so laut, dass die umstehenden Personen es hören und einstimmen konnten. Ich hoffte, das würde sowohl der Organistin als auch der Gemeinde bei dieser Performance helfen, damit wir damit vor der nächsten Eiszeit fertig werden konnten.

Das funktionierte ganz gut, und so „begriff“ jeder bald das Lied und sang weiter. Nur die Organistin kam nicht mehr mit und die Sänger ließen sie mit ihrem Orgelspiel zurück. Das Lied wurde mit Anmut und Sicherheit zu Ende gesungen; doch die Organistin schuftete danach bis zu ihrem schlecht getimten und viel zu späten Schluss weiter. Die gesamte Kirchengemeinde musste das Lachen unterdrücken, sie „husteten“ in ihre Taschentücher damit sie vor Lachen nicht laut losbrüllten. Der Schlussakkord wurde aus der armen Orgel gequält (der brunftige Elefant „gewann“) und jeder setze sich mit Erleichterung und wischte sich die Tränen des Lachens aus dem Gesicht, in der besten Stimmung um sich „in die Gegenwart des Geistes“ zu begeben. Ich setze mich auch blickte herum, um Reverend Ruth zu finden, die mich mir der Freundlichkeit einer Klapperschlange anstarrte. So viel zum Thema Humor. Sie hatte offenbar keinen.

Die Predigt wurde von einer Frau, nennen wir sie Hillary, gehalten, die angeblich jemanden wie einen aufgestiegenen Meister oder einen toten Typen channelte (ich hab vergessen wer es war). Hillary war eine sehr entzückende ältere Dame mit blauem Haar. Sie trug ein bedrucktes Seidenkleid und sah auf die Welt, wie wenn sie jedermanns Großmutter gewesen wäre. Während sie sprach, strahlte sie genau diese großmütterliche Behaglichkeit aus. Sie begann mit einer dünnen, zittrigen Stimme und sprach über Liebe und das Öffnen des „Herzzentrums“ und so weiter. In ihren Beschreibungen der „Ebenen und Körper“ der individuellen Seele gab es Anleihen von Helena Blavatsky und Alice Bailey. Als sie dann „aufgewärmt“ war, begannen ihre Augen mir subtiler Kraft zu leuchten. Ihre Stimme wurde stärker und drängender. Die Botschaft veränderte sich. Mit dieser Liebe, die sich angeblich manifestiert, wenn jemandes Herzzentrum geöffnet und mit diesen „Ebenen und Körpern“ verbunden ist und die nur durch bestimmte Techniken, die noch nicht bekannt waren, erreicht werden konnte, sollte nun „die Welt gerettet“ werden. Als sie predigte, begann sie animiert auf und ab zu laufen. Jeder Teil ihres Körpers war mit ihren Bewegungen, den Worten, der Botschaft vereint. Sie redete mit ihrem ganzen Körper.

Und jetzt geschah das Eigenartige... während sie auf ihrem kleinen Podium in ihrer animierten Liebes- und Lichtverbreitung hin und herging, erstarrte sie plötzlich einen Moment, wie eingefroren, erzitterte leicht und „schnappte“ nach Aufmerksamkeit. Sie blickte im Raum herum auf all die spannungsgeladenen Gesichter; eine kühle Bewertung mitten in der fiebrigen Erwartung des Publikums. Ihr Kopf schnellte plötzlich zurück und sie wurde VÖLLIG kontrolliert. Mein Lieber! Jetzt geht’s rund!

Ich weiß nicht wen sie gechannelt hat, aber ich muss sagen, der war wirklich gut! Der muss in seinem vorherigen Leben ein Priester der Pfingstgemeinde gewesen sein. Es war wie auf einem alten Südstaaten Revival in der besten Zeit. Gejohle, Gebrülle und Drama; die alte Dame stolzierte, stampfte und hämmerte auf dem Podium. Nur... die Botschaft hatte sich sehr subtil verändert. Die meisten Leute in dem Raum waren durch das Drama, das sie erlebten, bereits hypnotisiert und realisierten nicht, was tatsächlich geschah. Aber ich erinnerte mich an die Kirche, die ich mit meinen (Ex) Mann besucht hatte, wo ich so vielen Predigern dieses Typus ausgesetzt war. Ich kannte bereits diese „Show“ und das „Wolf im Schafspelz“ Syndrom, so dass ich sehen konnte, dass hier dieselben hypnotischen Faktoren angewandt wurden, wie sie in den meisten christlichen Kirchen auch funktionieren.

Die Botschaft veränderte sich von Liebe, Licht und Herz öffnen zu Schuld und Strafe. Bestrafung für ein zu geringes Öffnen des Herzens, für ein nicht erfolgreiches Geben von Liebe und Licht, das musste natürlich dadurch ausgebessert werden, indem mehr Kurse und Meditationsübungen zu besuchen waren und mehr Zeit, Ressourcen und vor allem Geld zu geben war. Komm in die Kirche, gib dein Geld, besuche Kurse, erhalte Erlösung. Ein einfaches Rezept. Nichts besonders Ungewöhnliches. Selbes Lied, andere Strophe.

Nachdem die Predigt vorbei war, demonstrierten ein paar Leute aus Reverend Ruths „Channeling“ Kursen ihre „Kräfte“. Eine von ihnen war Trudy. Ich sah mit großem Interesse zu, wie effektiv diese Kurse sein würden.

Trudy legte ihre Hände auf ihren Kopf um sich „einzustimmen“. „Es ist jemand hier, der vor kurzem unerfreuliche Neuigkeiten erfahren hat...“ So begann sie. Natürlich ist das in jeder Gruppe ein guter Ansatz; es hob also eine Person, die gerade erst einen „unerfreulichen“ Anruf erhalten hatte, aufgeregt die Hand und rief „Ja, Ja! Ich! Ich!“ Dann stimmte sich Trudy mehr in diese Person ein und machte eine Reihe von Ankündigungen, die entweder ein Kopfnicken oder einen verblüfften Blick hervorriefen.

Das ganze war eine ziemlich schlechte Aufführung eines „Cold Reading“. Vor Jahren gab ich viel Geld dafür aus, um herauszufinden, wie die verschiedene Medien und „Wahrsager“ arbeiteten. Ich lernte schnell ihre Form des „Lesens der Signale“ in den Gesichtern oder Reaktionen der Menschen herauszufinden. Dies wird angewendet, um schrittweise auszusieben, was nicht passt um danach in der Lage sein zu können, eine endgültige, definitive und „erstaunliche“ Behauptung über die Tatsachen zu machen, die am Ende dieser subtilen Ausfragerei als der Grund für das Problem des Patienten herausgefunden wurde. Ich hatte auch bemerkt, dass in vielen Fällen etwas „empfangen“ wurde, das eindeutig kein „Cold Reading“ war sondern recht akkurat, aber statistisch nicht aufregender war, als wenn zwei Freunde denselben Gedanken zur selben Zeit haben. Dazu wird keine besondere Bezeichnung wie Medium benötigt. Meine Einschätzung war, dass jeder bis zu einem gewissen Grad ein „Medium“ ist, also war das nichts Besonderes. Das Problem entsteht dann, wenn der Fragende die erwartete Antwort durch seine Stimmlage oder die Formulierung seiner Frage vorwegnimmt. Das ermöglicht dem Wahrsager zu wissen, was der Klient hören will und er unterstützt dessen „Wunschdenken“. Als ich jünger war und mit diesem Metier spielte, fand ich duzende von solchen Fällen, wo das Medium „Vorhersagen“ machte, die auf Basis dessen, was der Klient hören wollte, getroffen wurden, und da dies die „erhoffte“ Antwort war, fühlte die fragende Person eine Verbindung mit dem Medium und schrieb ihm alle möglichen Kräfte und Fähigkeiten zu, die einfach nicht vorhanden waren. Später dann, als sich herausstellte, dass die Vorhersagen sich NICHT so einstellten wie es gesagt worden war, war dieser Mensch bereits so sicher in seinem Glauben an die Kräfte des gewählten Mediums, dass er bereit war, alle Arten von lächerlichen und extremen Entschuldigungen vorzubringen, die das Versagen des Mediums erklärten. Das ist eine sehr häufige Situation. Dieses „Versagen“ ist ein Hinweis, der uns in diesem Metier gegeben wird. Es sind kleine „Warnungen in Bezug auf das größere Bild“, aber wir tendieren dazu, sie zu ignorieren; sie zu verdecken; sie zu entschuldigen; weiterhin zu glauben was uns GEFÄLLT, und nicht was WAHR ist – einfach weil es unseren vorgefassten Meinungen entspricht, wie die Welt wäre, WÜRDEN wir unsere eigene Realität erschaffen!

Nachdem Trudy mit ihrer eher peinlichen Demonstration fertig war, stand eine weitere „Studentin“ auf, die ich nicht kannte, um ihre Fähigkeiten zu zeigen. Aus irgendeinem Grund wählte sie mich – wahrscheinlich weil ich ein neues und unbekanntes Gesicht hatte. Ich hatte mich lange darin geschult, ein Poker – Face aufzusetzen und mit teilnahmsloser Stimme zu sprechen, wenn ich im Begriff war, solche „Wahrsager“ zu entlarven, also blieb mein Gesicht unberührt, während ich zur selben Zeit Mehrdeutigkeiten als Antwort gab, so wie „es könnte so beschrieben werden“ oder „vielleicht“ und solche Dinge. Gleichzeitig war ich nach „innen hin für einen Kontakt geöffnet“, damit ich, falls tatsächlich etwas Wirkliches GESCHAH, dieses nicht absichtlich blockieren würde. Ich versuchte weder die „Einstimmung“ zu behindern noch irgendetwas nach außen hin abzugeben. Um es kurz zu machen, die „Wahrsagerei“ war schlimmer als ich es je vermutet hätte. Ich war von den Absolventen von Reverend Ruths Kursen nicht beeindruckt.

Nach diesem „Nicht-Ereignis“ wurde ein „Heilkreis“ gebildet, wobei sich alle um Reverend Ruth und ihren Assistenten gruppierten, Hände auflegten und beteten, und dabei Energie von Liebe und Licht sendeten. Es war wieder sehr ähnlich dem Handauflegen in einer Kirche der Pfingstgemeinde. Der einzige Unterschied war, dass Reverend Ruth von dem Kontakt „anzuschwellen“ schien. Ich war nicht sicher, ob mich meine Augen täuschten, aber nach dem „Heilkreis“ waren alle sehr erschöpft, also hat ihnen etwas die Energie abgezogen. Ich fragte mich wieder warum ein Dienst, der dazu da sein sollte, Leute zu „energetisieren“ oder zu „ernähren“ in Wirklichkeit das Gegenteil bewirkte.

Auf dem Heimweg erzählten meine Freundinnen nichts als Preisungen von Reverend Ruth und ihrer „großartigen“ Arbeit. Und nun, da ich nun in Betracht gekommen war, ein „tieferer“ Teil der Gruppe zu sein, wurde vermutet, dass der Grund, warum ich in der letzten Vorführung ausgewählt worden war, ein tieferer sei und mir wurde ein neues Geheimnis enthüllt. Offenbar betrieb Reverend Ruth einen „geheimen Zirkel“ der nur diejenigen zulässt, die sich dafür als Wert erwiesen haben oder bestimmte „Prüfungen“ bestanden haben, die in ihren Kursen verwaltet werden. Den Mitgliedern dieser inneren Gruppe wurde versprochen, dass ihnen Reverend Ruth viele große Geheimnisse verraten würde. Meine Gastgeberin hatte sich bereits in die nächsten Kurse und Sitzungen eingeschrieben, in der Hoffnung, dass sie die „Prüfungen“ bestehen und zu dieser inneren Gruppe zugelassen werden würde.

Ich sagte nichts, aber ich wollte nicht mehr zu dieser Kirche zurück, die mich beunruhigte und eindeutig nur Zeitverschwendung war. Ich konnte nicht verstehen wie die Mitglieder der Reiki – Gruppe, die so viel weiter fortgeschritten erschienen als andere Gruppen, die ich in der Vergangenheit kennen gelernt hatte, so von diesem Gelaber eingenommen sein konnten. Aber vielleicht hatte ja andererseits auch nur ICH das Problem, denn eines war klar: jeder in meiner Reiki Gruppe war sicherlich voll von Liebe und wohltätigen und gutmeinenden Absichten.

Die Reiki Gruppe war ein Zusammenschluss von verschiedensten Leuten jeden Alters. Louise, die Dame, die meine Mutter eingeladen hatte, war eine ältere Dame im Rentneralter (ansonsten wäre sie nicht in dem Kurs gewesen), aber sie erschien VIEL jünger. Sie sah nicht einen Tag älter aus als 35. Sie hatte eine knackige Figur und solch ein charmantes und weibliches Wesen, dass man sie wegen ihrer Fähigkeit sich unter Kontrolle zu halten bewundern musste, während man ihr das aber NICHT zeigte. Sie hatte eine fast hauchende Stimme wie Marilyn Monroe, hinreißende Haare und eine Alabasterhaut. Sie war auch diejenige, die die Idee des Reiki – Kurses Reverend Ruth näher brachte, nachdem sie in Virginia Beach, wo sie gelebt hatte, Reiki kennen gelernt und ihre ersten Initiationen erhalten hatte. (Es wurde uns gesagt, dass wir uns glücklich schätzen können, unsere Initiationen von einem echten Schüler Takatas erhalten zu können, da sich Reiki später geteilt und nach Takatas Tod verändert hatte – aber das ist eine andere Geschichte.) Louise verbrachte fast ihr ganzes Leben als Hausarbeiterin in einem Gesundheitszentrum im Nordosten.

Dann waren da Trudy und ihr Mann George, die ebenfalls im Pensionistenalter waren. Trudy war eine große, feingliedrige Frau, in vielen ihrer Ausprägungen mehr männlich als weiblich. Anfangs dachte ich sie wäre sehr lustig, mit ihren bissigen Bemerkungen und ironischem Humor. Aber mit der Zeit begann ich zu sehen, dass ein gewisses Element von Grausamkeit in ihren Bemerkungen mitschwang, besonders wenn es ihren Mann betraf. Ich tat das als große „Vertrautheit“ lang verheirateter Paare ab. Und wer war ich schon, vielleicht hatte sie ja allen Grund dazu? Vielleicht zeigte sie ja auch so ihre Zuneigung? George war ein pensionierter Geschäftsmann – Inhaber von verschiedenen Patenten und ehemals Eigentümer von mehreren Fabriken. Seine Frau war zuerst seine Sekretärin. Sie ließen sich dann beide scheiden und heirateten einander. Sie wurden als die „reichsten“ Mitglieder der Gruppe betrachtet und hatte deshalb einen besonderen Status.

Es gab noch weitere „ältere“ Mitglieder, die jedoch im Hintergrund blieben und deshalb nicht besonders erwähnt werden – 4 oder 5 von ihnen waren „Stammgäste“. Zwei davon waren Krankenschwestern und über die anderen kann ich mich nicht mehr erinnern.

Dann gab es die „jüngere“ Abteilung – sie waren ungefähr in meinem Alter, oder jünger – die Aktivsten unter ihnen waren Candy und Sandy. Falls ihr habt es noch nicht bemerkt habt, Candy ist dieselbe Person wie Maryann im ersten Kapitel der Welle. Als ich „die Welle“ zu schreiben begann, hatte ich keine Ahnung, dass ich nochmals mehr über Candy schreiben würde, als im ersten Kapitel, inklusive der „Hinweise“ im Namen. Deshalb gab ich ihr damals als Pseudonym einen aus der Luft gegriffenen Namen. Nun, da der Name ein Teil des „Hinweis“ Systems ist, musste ich ein wenig kreativer werden und Namen auswählen, die sozusagen „funktioneller“ sind.

Sandy war eine Ex – Barfrau, die zu spirituellen Themen „erwachte“, nachdem ihr Verlobter gestorben war. Sie entschied, eine Ausbildung als Masseuse zu machen und aus dem Umfeld des Barbetriebs auszusteigen. Erst viel später erfuhr ich mehr über sie.

Zuletzt gab es noch die wirklich jungen Mitglieder. Zu diesen gehörte Tim. Tim war ein sehr junger Bursche, der spirituell sehr weit entwickelt schien. Man sah selten so junge Menschen, die hingebungsvoll anderen Personen halfen. Er bezeichnete sich als Anhänger des Wicca – Kultes, und wie sich später herausgestellt hat, hatte das einige interessante Auswirkungen.

Da wir uns jeden Mittwochabend zu Reikisitzungen trafen, führten wir an den Tischen viele Gespräche. Da Reiki keine meditative Konzentration oder irgendeinen Hokuspokus benötigt, konnte wir meist zwei Sachen auf einmal machen – Reiki und reden. Diese Gespräche reichten in der Skala unserer verschiedenen Erfahrungen bei der spirituellen Entwicklung von A bis Z. Ich war mit meinen eigenen Erfahrungen ein wenig zurückhaltend, aber nach einiger Zeit fühlte ich mich wohler und teilte einige Einsichten mit den anderen, und so begannen wir ein „Band“ der Nähe zu bilden.

Ich informierte die Reiki Gruppe über meine aktuellen Channeling – Experimente mit Frank und meine Ansichten darüber. Eine der Damen aus der Gruppe der Älteren meinte unheilvoll, dass unsere Wahl, das Brett als Channelinginstrument zu verwenden entsetzliche Konsequenzen haben würde und führte als Beweis dazu den Film „der Exorzist“ an. Ich entgegnete mit den Tatsachen der wahren Begebenheit, auf denen der Film basiert, die NICHT besagen, dass das Brett die Hauptrolle bei der dämonischen Besessenheit spielte, und weiters, dass die Meisten der größten Materialien in der Geschichte des Channelings durch ein brettartiges Instrument empfangen wurden, oder zumindest damit begonnen wurde. Alle begannen immer mehr über das Experiment zu fragen, also erzählte ich ihnen alles was ich wusste und darüber hinaus erzählte ich ihnen auch von meiner Arbeit als Hypnosetherapeutin. Durch Hypnose sei ich auf meine aktuellen Enthüllungen über UFO’s und Entführungen gestoßen, die mich auf eine Art „eingestellt“ hatten, um zu der Reiki Gruppe „geführt“ zu werden und Reiki kennen zu lernen. Sie lachten alle sehr, weil ich zuerst von Außerirdischen verfolgt werden musste um Reiki zu entdecken.

Wir hatten einen netten Abend, lachten viel und hatten eine Menge Spaß. Bevor ich in dieser Nacht heimfuhr, meinte ich, dass wenn jemand Interesse an unserem Experiment haben würde, sie samstagnachts willkommen wären, da wir dann wieder unseren „Kontakt“ einrichten würden. Vier oder Fünf Leute waren sofort begeistert und wollten kommen und mitmachen.

Am nächsten Tag rief mich Candy an. Sie klang sehr mysteriös am Telefon und sagte. „Es gibt etwas, was ich dir sagen muss und ich weiß nicht wie ich es sagen soll, aber nimm dich besser vor Trudy in Acht.“

Was?“ sagte ich. „Was meinst du?“ Eine Schlange im Reiki Paradies?

Candy erklärte es mir: Offenbar machte Trudy letzte Nacht, nachdem ich gegangen war, sehr bösartige Bemerkungen über mich, ich sei eine „Besserwisserin“ und jeder der an meiner Einladung teilnimmt würde definitiv „eingenommen“ und auf den ultimativen Pfad der Zerstörung geführt werden. Oder so ähnlich. Ich war schrecklich verletzt, weil ich generell nicht „predige“ aber dazu tendiere, meine Ansichten anderen mitzuteilen, indem ich meine Erfahrungen und die Nachforschungen anderer, die weit mehr dazu qualifiziert sind als ich, ihre Meinung weiterzugeben, beschreibe.

„Aber du musst verstehen,“ fuhr Candy fort. „Trudy ist wie eine Mutter für uns. Sie beschützt uns einfach. Sie meint es gut, aber sie kommt aus der alten Schule. Sie ist mit der Lektüre von Edgar Cayce aufgewachsen und all das. Sie liebt die Gewänder und die Rituale und all diese Dinge. Reverend Ruth sagt sogar, dass sie Trudy darauf vorbereitet, die Kirche zu übernehmen, und deshalb fühlt sie sich natürlich für alle von uns verantwortlich, wie wenn wir ihre eigenen Kinder wären.“

Das Ergebnis dieses Telefonates war, dass Candy wollte, dass ich mit meinen Aussagen gegenüber Trudy und den anderen sehr vorsichtig sein sollte, da sie „altmodisch“ und „engstirnig“ seien, obwohl sie es gut meinten. Es wäre nur deshalb, um „ihre Gefühle zu schonen“. Das schien mir natürlich korrekt zu sein, denn es war Teil der „Liebe und Licht“ Philosophie der Akzeptanz. Gleichzeitig aber wollte Candy selbst an unserem Experiment teilnehmen und auch ein paar Hypnosesitzungen bekommen, damit ihr spiritueller „Fortschritt“ „beschleunigt“ werden würde, da sie glaubte sie wäre dazu bestimmt, die nächste Jeane Dixon (Anm. d. Ü.: eine Hellseherin) zu werden. Offenbar versprach ihr Reverend Ruth, zu den tieferen Lektionen zugelassen zu werden, aber „noch nicht“ jetzt. Doch Candy war sich sicher, dass sie bereits dafür bereit war und es wäre nur auf Grund der „altmodischen Engstirnigkeit“ der Älteren, die das neue Paradigma von sehr entwickelten Seelen in jungen Körpern nicht verstehen können. Sie würden einfach nicht kapieren, wie schnell sich Menschen in der gegenwärtigen „dringenden“ Zeit entwickeln können.

Ich war mir nicht sicher ob ich ihr in allen Punkten zustimmen konnte. Vor allem ihre Vorstellung, dass sie sich sehr schnell entwickeln sollte, aber ich hielt mein Urteil zurück bis wir ein wenig miteinander gearbeitet hatten. Doch hatte ich nun zumindest eine vernünftige Erklärung für den komischen „Beigeschmack“ den ich in der Kirche bemerkt hatte – die „altmodische“ Art der Älteren, die im Gegensatz zur Meinung der Jüngeren stand. Das ergab einen Sinn. Endlich konnte ich mich von meinen „unangenehmen“ Ahnungen erholen. Und mir war auch klar, dass Trudy sehr stark in der Kirche involviert war. Über die Bemerkung der „Gewänder und Rituale“ konnte ich mir keine Vorstellung machen, da ich dort nichts dieser Art gesehen hatte. Ich ließ es dabei beruhen. Aus dem Gespräch mit Candy hatte ich auch entnommen, dass sie gerne meine Freundin sein wollte und eine nähere Freundschaft suchte, als sich einmal pro Woche mit der Reiki Gruppe zu treffen.

Candy war sehr lustig! Sie lachte immer. Sie scherzte wahnsinnig komisch über die kleinen Marotten anderer Leute und imitierte sie dabei. Sie konnte eine Geschichte, eine Darstellung von den kleinen egoistischen Komplexen der Menschen so erzählen, dass man sich dabei den Bauch vor Lachen halten musste und einem nur so die Tränen herunterliefen. Sie fing immer an mit „du weißt ich LIEBE den und den, aber....“ Es war nur Spaß und sie meinte es nicht böse!

Aber ich wunderte mich. Wenn sie dauernd über andere Leute spottete, spottete sie dann bei den Anderen auch über mich? Natürlich nicht! Candy war meine Freundin. Wir hatten ein besonders harmonisches Verhältnis, das sich in vielen täglichen beiderseitigen Begebenheiten zeigte, seit wir Kontakt zueinander hatten. Ich konnte mit jemandem über ein Thema sprechen oder an etwas denken und dann würde Candy anrufen und beginnen, mir über genau dasselbe Thema etwas zu erzählen. Wenn wir telefonierten hatten wir immer Knackser und Brummgeräusche in der Leitung und nachdem wir begonnen hatten, die Parameter ihrer „Entführung durch Außerirdische“ zu entdecken, scherzten wir darüber, dass die Regierung wohl das Telefonat abhören würde. Ich lachte über den Gedanken, dass jemand meine Telefonleitung anzapfen könnte, um nachzusehen, was wir über „Aliens“ wussten, da es sicher war, dass wir sehr wenig wussten. Doch Candy war davon überzeugt, dass sie „etwas“ hatte, hinter dem sie her waren – dass das Ziel jeglicher Überwachung sie selbst war. Sie war sogar davon überzeugt, dass ein Mann, mit dem sie in einer „scheinbaren“ Entführung, die ungefähr zur selben Zeit stattgefunden hatte, als ich zur Reiki Gruppe gestoßen bin, interagiert hatte, ein Agent der Regierung war, der geschickt worden war um „ein Auge auf sie zu werfen“. Andererseits fühlte sie, dass dieser Mann ihr „Seelenfreund“ war und dazu benutzt wurde, sie in eine Art Verschwörung der Regierung zu „locken“ und sie dazu berufen war ihn irgendwie zu „retten“.

Beim nächsten Reiki Treffen bemerkte ich eine eindeutige Anspannung in Trudy’s Gesicht, als ich ins Zimmer kam und „Hallo“ sagte. Sie war kühl distanziert. Da ich von Candy vorgewarnt war, geduldiger und verständnisvoller zu sein, versuchte ich besonders nett zu ihr zu sein, ließ ihren Vorstellungen und Meinung den Vortritt und behielt meine für mich.

In der Zwischenzeit hatten Trudy und George offenbar Probleme bekommen. George kam nicht mehr zu den Reiki Sitzungen und Trudy erzählte allen während des ganzen Abends wie furchtbar sie von George gequält wird, wie er seine Kontrollspielchen mit ihren Finanzen spielt und wie sie das Leben in dieser Hölle satt hat. Sie brauchte eine Pause, also fuhr sie eine Freundin besuchen.

Eines Nachts, kurz nach dem Treffen, rief mich Louise an und sagte mir, dass sie sich freuen würde, wenn ich mit ihr und Candy George einen Besuch abstatten würde, der sie angerufen hatte, weil er Gesprächspartner brauchte da er von seiner Frau „sitzengelassen“ worden war. Auf der Fahrt hin ließ sie uns wissen, dass sie das Gefühl hatte, dass George an ihr interessiert sei, wie sie beim Telefonat mit ihm bemerkt hatte. Sie wollte deswegen Trudy nicht aufregen und deshalb waren wir mitgekommen, damit es nicht wie ein „privater“ Besuch aussah.

Während unseres Besuchs brach George nieder, begann zu weinen und erzählte uns eine schreckliche Geschichte, wie er von Trudy in den letzten Jahren missbraucht wurde... wie sie sich von einer süßen, lieben Ehefrau zu einem schimpfenden Monster verwandelt hatte, die ihn sogar körperlich bedroht hatte und jetzt, wo er alt und krank wird, fürchtet er um sein Leben. Er hatte Angst, dass sie ihn umbringen könnte um an sein Geld zu kommen.

Wir hörten voller Abscheu seinen Erzählungen von den Ereignissen und Beweisen zu, dass in diesem Haus nicht alles in Ordnung sei. Bei jedem Zwischenfall, den er schilderte, meinte eine von uns dreien, dass es sich vielleicht einfach nur um Missverständnisse handeln könnte. Doch George beharrte darauf, dass sein Leben in Gefahr war; dass es NICHT einfach Missverständnisse waren.

Bei jeder Geschichte bot eine von uns dreien auf die eine oder andere Art eine Lösung an, doch sie wurden alle verworfen, weil sich George sicher war, dass Trudy eine Art „Kraft“ hatte in deren Gegenwart er hilflos war; er vermutete sogar dass sie versuchen könnte ihn zu vergiften! Alles in allem hatte er scheinbar solche Angst vor ihr, dass er wie gelähmt darauf wartete, durch Chemikalien oder körperliche Angriffe getötet zu werden. Diese Einstellung war mir zuwider. Ich konnte nicht verstehen, wie jemand einfach da sitzen und behaupten kann, dass sein Leben in Gefahr sei und nichts weiter tun kann als dazusitzen und zu weinen. Also sagte ich ihm einfach, dass er, wenn er wirklich glaubte sich in Gefahr zu befinden, sich doch einfach einen Anwalt nehmen und so lange Trudy noch fort ist, die Schlösser austauschen solle! Das schien mir eine vernünftige Lösung zu sein, wenn seine Aussagen richtig waren. Und er versicherte uns mit jedem Atemzug, dass es stimmte!

George weinte sich so richtig aus und war letztendlich so ermutigt, dass er schon morgen einen Anwalt aufsuchen wollte. Wir umarmten ihn, zeigten ihm unsere Sympathie und fuhren nach Hause. Das war’s. Krise gelöst.

Als ich beim nächsten Reiki Treffen ins Zimmer kam sah mich Trudy kommen, unterbrach ihre Tätigkeit und lief auf mich zu. Sie stellte sich vor mich hin und begann mich zu denunzieren, was für eine widerwärtige Schlange ich doch sei und wie ich mir anmaßen konnte, ihrem Mann zu empfehlen sich scheiden zu lassen und sie aus ihrem eigenen Haus auszusperren. Dann sagte sie, dass sie es nicht aushalten konnte, mit solch einer schrecklichen Person wie mir im selben Raum zu sein und stürmte hinaus!

Die ganze Gruppe stand herum und schaute blöd. Ich blickte auf Louise und Candy, die beide dabei waren, als ich George den Vorschlag machte, den er sicher Trudy mitgeteilt hat, obwohl der Zusammenhang nicht mehr stimmte. Keine von beiden sagte auch nur ein Wort zu meiner Verteidigung! Später, als wir privat zusammen saßen, bekundeten sie ihre Sympathie für mich und meinten, dass ich mich nicht ärgern sollte und dass Trudy nur eine schwierige Zeit durchmachte, doch ich war ein wenig verwirrt darüber, dass sie beide einfach dagestanden hatten und NICHTS dazu beigetragen haben um die Sache sofort richtigzustellen, indem sie die Erzählungen von George, die solch eine Aussage provoziert hatten, einbrachten. Wenn Trudy unschuldig war, wie sie vermuteten, musste sie dann nicht vor ihrem Ehemann gewarnt werden, dass er solche Lügen über sie verbreitet? Ich war damals sehr verwirrt, aber Louise und Candy waren über die ganze Angelegenheit sehr unbekümmert.

Am nächsten Tag rief Louise an und teilte mir mit, dass ein Treffen mit Trudy in einem nahen Restaurant arrangiert worden war, damit wir alle zusammen die ganze Geschichte klarstellen konnten. Ob ich bereit wäre zu kommen? Natürlich war ich das. Ich verabscheue Zwietracht und Missverständnisse und ich hatte NIEMALS die Absicht, Trudy zu verletzen. Ich reagierte einfach auf Georges Behauptungen und auf seine Angst um sein Leben. Wenn er Recht hatte, dann hat er richtig gehandelt, meinen Rat zu befolgen. Aber offensichtlich lief hier ein Spiel und beide Parteien zogen ihre gesamte Umgebung mit hinein.

Ich kam mit Louise und Candy ins Restaurant. Trudy und einige andere Leute (die offenbar auf „ihrer Seite“ waren) waren bereits anwesend und saßen an einem großen, runden Tisch.

Louise informierte uns, dass sie auch noch eine andere Dame eingeladen hatte, die noch niemand außer Louise kannte, und die den Ruf hatte, ein AUSGEZEICHNETES Medium zu sein. Sie dachte einfach, es wäre „eine gute Gelegenheit“ für uns alle, diese Dame kennen zu lernen, WENN sie kommt, und das bezweifelte Louise, da die Dame sehr zurückgezogen lebte. Louise kannte sie aus ihrer Arbeit als Heimhilfe und sie schwärmte von den „seherischen“ Fähigkeiten dieser unbekannten Dame.

Trudy saß schmallippig da und war offenbar über die Situation nicht glücklich. Ich war auch nicht rasend darüber beglückt, eine unschuldige ehrliche Bemerkung gemacht zu haben, die dann sozusagen in meinem Gesicht explodiert ist, aber ich war fest entschlossen, alles zu unternehmen, damit wir in unserer Gruppe wieder zur Normalität zurückkehren konnten und Trudy zu versichern, dass wenn hier jemand Spielchen spielte, ich es nicht sei. Ich war ziemlich empört darüber, dass Louise und Candy nicht schon vorher mit Trudy geredet hatten und ihr die genauen Umstände meiner Aussage und den Grund für den ganzen Tumult erklärt haben. Hätten sie das getan, wäre ich nicht so empört gewesen.

Genau in dem Moment erschien der erwartete/unerwartete Gast – Jeanie – und das ist ihr richtiger Name, aber da sie in der Zwischenzeit verstorben ist macht es nichts aus wenn ich ihren richtigen Namen verwende. Sie war wie ein seltener tropischer Vogel, der irgendwie um den Tisch flatterte und sich dann genau neben mich setzte. Aber just als sie sich hinsetzen wollte, schoss plötzlich der Sessel (mit Rollen) hinter ihr durch das Zimmer! Ich musste sie auffangen, sonst wäre auf dem Boden aufgeschlagen! Bei älteren und zerbrechlichen Menschen kann so ein Sturz schreckliche Auswirkungen haben. Sie war einen Augenblick erschrocken und verwirrt und Candy sprang auf und holte den Sessel. Schließlich setzte sie sich, von dem Zwischenfall betroffen und jammerte ein wenig, für alte Menschen typisch, und beklagte sich über Sessel und so weiter.

Aber Jeanie verpasste nichts dabei! Sie sah mich an und sagte „Ooooh! Ich sehe alle möglichen guten Geister um dich herum! Du wirst noch GROSSE Dinge tun! Ja. Große Dinge! Du meine Güte! Wir müssen reden, wir zwei! Aber später. Lasst uns zuerst bestellen. Ich verhungere!“

Das brachte natürlich eine Veränderung der Atmosphäre mit sich und lichtete die Angelegenheit ein wenig. Wenn nicht auf der anderen Seite des Tisches Trudy gebrütet hätte, die mich mit ihren Blicken durchbohrte und ab und zu eine Träne wegwischte, hätten wir alle einen schönen Nachmittag verbracht.

Schließlich diskutierten wir unser Thema. Trudy beharrte einfach auf ihrer Meinung, dass ich ein böser Mensch wäre. Das war der Grundtenor. Ich erklärte ihr den gesamten Zwischenfall von Anfang bis zum Ende und sah dabei immer Louise und Candy an, damit sie mich zumindest in den wesentlichen Punkten bestätigen konnten, weil sie ja dabei und es bezeugen konnten. Doch alles was sie sagten war „ja, es könnte so gewesen sein,“ oder „ich glaube es war so, aber ich kann mich nicht mehr genau erinnern.“ Die ganze Sympathie bekam die arme Trudy! Es war unerträglich! Ich war nie zuvor mit solchen Feiglingen zusammen, die behaupteten meine Freundinnen zu sein und nicht fähig waren ihre eigene Meinung zu sagen und nur zu schildern, was tatsächlich vorgefallen war!

Aber Jeanie neben mir flötete „es ist besser du glaubst was dieses Mädchen sagt, denn ich kann das Licht in ihr SEHEN! Da sind VIELE gute Geister um sie herum und wenn sie sagt, dass es sich so abgespielt hat dann hat es sich so abgespielt!“ Alle blickten sie an und wurden still. Das war eines der seltsamsten Mittagessen meines Lebens!

Schließlich ließ sich Trudy widerwillig besänftigen und stimmte zu, die Vergangenheit ruhen zu lassen und wir gingen alle zu unseren Wagen um heimzufahren. Jeanie bat mich um meine Arm um sie zu ihrem Auto zu begleiten und auf dem Weg gab sie mir ihre Telefonnummer, damit ich sie sobald ich zu Hause sei anrufen sollte.

Das tat ich. Was sie mir dann erzählte war das bizarrste was ich je gehört hatte! Sie sagte: „Hast du gesehen, dass Trudy meinen Sessel durch den Raum schießen ließ? Sie wollte mich nicht dabei haben, das kann ich dir sagen! Sie war wütend weil ich gekommen bin. Ich wäre auch fast nicht gekommen. Ich konnte ihren Hass spüren, als ich mich angezogen habe. Aber der Geist sagte mir, dass es einen Grund für mein Kommen gab, also MUSSTE ich kommen. Der Grund war, dass du einen Verbündeten gebraucht hast. Und sie hasst dich auch! Sie ist mit allen Arten von dunklen Kräften verworren. Diese Gruppe in der Kirche – wenn ich du wäre, würde ich dort nicht mehr hingehen! Diese Reverend Ruth – sie steht im Zentrum von bösen Machenschaften, beachte meine Worte!“ und so weiter. Als ich sie fragte, warum dieses Missverständnis entstanden ist, das wir gerade aufgelöst hatten, sagte sie: „Du hast das Licht in dir. Diese Menschen hassen dich dafür. Wenn das Licht mitten in die Dunkelheit kommt, stellt es bloß. Sie können das Licht nicht aushalten. Sie werden alles tun, um dich von ihnen wegzubringen. Du musst vorsichtig sein. Es gibt da draußen Dinge, die dich verletzen können. Ich weiß es! Sie haben mein Leben lang versucht mich umzubringen. Jetzt versuchen sie dich zu töten! Und nimm dich vor Louise in Acht! Hast du bemerkt, dass sie kein einziges Wort zu deiner Verteidigung gesagt hat? Nun, das ist, weil sie eine von Ihnen ist! Und Candy auch. Du musst wachsam sein.“

Ich war damals SICHER, dass Jeanie wie „Tante Klara“ aus der alten Fernsehserie „Verhext“ (Bewitched) war. Was sie sagte, hatte überhaupt KEINEN Sinn. Sie redete wirr. Aber sie war so süß, ehrlich und echt betroffen, sodass ich ihr versicherte die größte Vorsicht walten zu lassen. Ich versprach mit ihr in Kontakt zu bleiben. Ich erzählte Candy was mir Jeanie gesagt hatte und wir waren uns einig, dass die arme Liebe vielleicht ein gutes Medium war (wie uns Louise versicherte), aber offenbar bereits nicht mehr ganz bei Sinnen!

In dieser Zeit telefonierten Candy und ich jeden Tag miteinander. Wenn wir nicht telefonierten, kam sie vorbei, ich hörte mit meinen Arbeiten auf und wir setzten uns und quatschten. Ich war wirklich gerne mit ihr zusammen und sie offenbar auch mit mir. Beide hatten wir eine unersättliche Neugier an den Nachforschungen zu den „Alien Entführungen“ und so verbrachten wir viel Zeit um darüber zu sprechen und sie mit den verschiedenen Lehren zu vergleichen, die Reverend Ruth in ihrer Kirche anbot, genauso wie mit allen anderen Quellen, die wir aufspüren konnten. Wenn ich ab und zu aus dem Haus kam, dann besuchten wir esoterische Geschäfte und kauften dann und wann einen Heilstein oder Salbei oder sonst irgendein „energieerweiterndes“ Zeug.

Ein paar Wochen gingen so vorbei und wir setzten unsere Reiki Abende fort. Mein Zustand wurde besser, aber immer noch gab es einen Unterton von Schwere. (Anm. d. Ü.: dis-ease (Krankheit)) Ich tat mein Bestes, soviel Liebe und Licht in meine Umwelt zu pumpen wie ich nur konnte, und auch mich selbst in einer „Blase“ aus Liebe und Licht zu halten, damit all meine Worte und Handlungen aus einem tiefen Ort der Liebe und des Verständnisses in mein Herz dringen konnten. Ich war schrecklich bedrückt, dass ich Trudy so verletzt hatte und tat alles dazu, unsere Beziehung zu verbessern. Aber sie begann sich irgendwie zu verändern; sogar ihre Erscheinung veränderte sich – sie wurde schwerer. Zur selben Zeit schien ihr Mann zu Nichts zu verkommen. Er jammerte und beklagte sich und Trudy verdrehte aus Frust ihre Augen.

In der Zwischenzeit kamen Candy und ein paar andere zu unseren experimentellen Channeling – Sitzungen am Samstagabend, und sogar wenn wir nur mit „toten Typen“ geplaudert hatten, hatten wir eine Menge Spaß dabei. Und alle wollten mit dem Geistbefreiungsprozess experimentieren, also experimentierten wir viel herum und untersuchten alle möglichen Dinge, was weit über unsere Reiki Gruppe hinausging. Es gibt zwei Ereignisse zur damaligen Zeit, die hier erwähnt werden müssen.

Das erste war ein Telefonanruf, den ich eines Abends von Tim erhielt, dem jungen Burschen, der die lokale Wicca Gruppe besuchte. Er war völlig in Panik. Er hatte eines der „Rituale“ ausprobiert, die im Wicca-Coven gelehrt werden. Ich weiß nicht, ob er sich genau an die ihm gegebenen Anleitungen gehalten hat oder ob er improvisiert hatte, aber im Wesentlichen ging es darum, dass er in seinem kleinen Badezimmer heißes Wasser in die Badewanne einlaufen ließ um es wie eine „Sauna“ werden zu lassen, und dann verrichtete er eine Art „Abrufritual“ während er in den Spiegel starrt. (Um das tun zu können musste er wahrscheinlich andauernd den Dampf vom Spiegel wischen, da er ansonsten nichts gesehen hätte!) Also, das Ergebnis war, dass im Spiegel ein fürchterliches Gesicht erschienen ist, das ihm sagte, dass es sein „Begleiter“ ist und nun Spaß haben werde, indem es ihn quält oder ihn „frisst“ oder so ähnlich. Er spürte einen Druck, sein Herz klopfte wie verrückt und er dachte er müsste sterben.

Er rief vom Spital an, wo sie ihm bereits ein paar Beruhigungsmittel gegeben haben und ihm versicherten, dass im Wesentlichen nicht mit ihm falsch sei außer einer Stressreaktion. Er fürchtete sich wieder nach Hause zu gehen, weil er nicht wusste was er tun sollte, wenn der Dämon noch da war.

Ich war ein wenig schockiert, dass so etwas einem Reiki – Initiierten passieren konnte, besonders da er und Candy bereits die Initiationen der zweiten Stufe erhalten hatten. Aber ich beruhigte ihn und versprach, gleich bei ihm vorbeizukommen – Ich würde ihn schnell wieder einrenken.

Ich rief Candy an und erklärte ihr die Sachlage. Sie war ziemlich aufgeregt bei dem Gedanken, einen „echten“ Exorzismus sehen zu können. Sie kam sofort zu mir.

Wir warteten lange auf Tim und als er schließlich kam, war er in einem schrecklichen Zustand. Er erzählte uns, dass er auf dem Weg nach Hause in einen Unfall verwickelt war – ein Auto hatten seinen Wagen gerammt und ihn auf die Seite gedrängt wo er dann in einer Grube landete. Er war sich sicher, dass dies der Dämon verursacht hatte, dessen Terror keine Grenzen kannte!

Wir legten ihn auf Candys Massagetisch und begannen ihm Reiki zu geben, nur damit er sich erst einmal beruhigte. Dabei gingen alle möglichen seltsamen Dinge mit seinem Körper vor sich. Muskeln hüpften und zuckten auf eine Art, die sicherlich NICHT normal war und Tim meinte, er könne wirklich etwas glitschiges FÜHLEN, das sich in ihm bewegte.

Nun, das bereitete auch uns eine rechte Angst, aber meine Erfahrung mit ähnlichen Dingen während meiner Hypnosesitzungen hatte mich gelehrt, kühl zu bleiben und die Kontrolle über die Situation zu behalten. Ich bat Tim, mir alles genau zu erzählen, was er getan und gesagt hatte und während sprach wurde er ruhiger und atmete wieder etwas normaler.

Bald darauf konnte ich ihn in Hypnose versetzen und die Wesenheit direkt ansprechen. Es war eine neue Ebene einer Geistbefreiung, wenn nicht mehr. Ich fand etwas, das sicher KEIN „toter Typ“ oder „Elementargeist“ war. Es war etwas viel Kräftigeres, etwas Verschlagenes und etwas Bösartiges. Der arme Tim schwoll mit dem fürchterlichsten vorstellbaren Gas an und dann entwich es ihm wieder, immer wieder. Das war sicher kein Fall bei dem man eine arme, verlorene Seele finden musste, die man „ins Licht“ führen musste um das Opfer zu befreien. Dieses Untier hatte keine Lust irgendwohin zu gehen! Es war „eingeladen“ worden, mochte sein neues „Zuhause“ und ließ sich nicht so leicht wieder hinauswerfen!

Nun, ich dachte anders darüber als das Wesen und war gleichermaßen davon überzeugt, dass es sich doch ziemlich flott entfernen sollte, also lief diese Geistbefreiung auf die Frage hinaus, wer wohl der Stärkere in diesem Disput war.

Ich führte den üblichen Ruf nach den „Führern“ und „Lichtarbeitern“ der astralen Ebenen aus, damit sie kommen und bei der Befreiung des Opfers helfen würden, und weitere Standardprozeduren. Kein Ergebnis. Ich machte die „im Namen Jesu Christi“ Routine, die funktionieren kann, abhängig von den religiösen Gepflogenheiten des Opfers. Keine Chance. Das Wesen ließ den armen Tim auf dem Tisch hüpfen und zucken, andauernd mit Gas anschwellen und es wieder ablassen, und das in Mengen, die aus pathologischer Sicht einfach abnormal waren. Als ich Tim anleitete, gemeinsam mit Candy und mir Licht und Hitze zu generieren, um die Entität einzukapseln, begann das Wesen sich zu beschweren, dass es „heiß“ war und es „verbrennen“ würde und wir sofort aufhören und es in Ruhe lassen sollten. Es begann zu jammern und zu stöhnen, dass wir doch mit ihm Sympathie haben sollten und Hingabe für jemanden wie es, weil das doch die Philosophie WAR, die wir im New Age Trend von Liebe und Licht vertraten. Es war tatsächlich eine Karikatur der Intrigen von Trudy und George, aber ich ließ mich nicht ein bisschen zum Narren halten.

Schließlich sagte ich dem Wesen einfach, dass ich es NICHT in Ruhe lassen würde, ich würde nicht aufhören es mit Hitze und Licht zu belästigen und wenn es sein musste, dann würden wir hier die ganze Nacht stehen, und den ganzen nächsten Tag, egal wie viele Tage es dauern würde. Das hatte offenbar eine Wirkung und ich befahl der Wesenheit, sofort und gänzlich aus Tim zu verschwinden. Mit einem letzen Aufblähen von Tims Bauch, gefolgt von einem besonders lauten Austreten des allerschrecklichsten Schwefelgestanks, verließ die Entität den armen Tim, der endlich friedlich dalag.

Ich holte ihn aus der Hypnose zurück und wir besprachen die Angelegenheit. Unter anderem hatte die Wesenheit gesagt, dass es sich anfänglich bei einem der Treffen des Wicca – Covens zu Tim hingezogen gefühlt hat, wo üblicherweise eine ganze Reihe solcher Entitäten versammelt sind, ihr Opfer auswählen und dann herumhängen und auf die Gelegenheit warten, sich dauerhafter mit dem Opfer zu „verbinden“. Sie würden das Individuum beeinflussen, bestimmte Handlungen zu vollziehen, die ihnen einen Einstieg erleichterten, und obwohl das Individuum denkt, dass dies seine eigenen Gedanken und Ideen sind, ist das in Wahrheit nicht so. Offenbar kann genügend „Geistkontakt“ hergestellt werden, um „Vorhaben und Gedanken einzupflanzen“ die zu einer stärkeren „Besessenheit“ führen.

Tim war nun sicherlich von seinem Interesse an Wicca geheilt. Nach solch einer schrecklichen Erfahrung würde er nicht mehr riskieren, noch einmal bei einem Treffen teilzunehmen und sich einen weiteren „Herumhänger“ dieser Art einzufangen!

Wir einigten uns darauf, über diese Angelegenheit Stillschweigen zu bewahren, da es Tim eindeutig peinlich war und auch, weil wir versuchten, Trudy in ihrem „wenig entwickelten“ Glauben zu „beschützen“. Candy meinte, dass sie die Vorstellung nicht aushalten konnte, dass „Liebe und Licht“ nicht Alles und nicht das Ende aller Antworten sei.

Und ich war darüber besorgt, dass Reiki NICHT so „allmächtig“ und beschützend war, wie ich gedacht hatte. Ich fühlte, dass wir das irgendwie den Anderen mitteilen mussten. Candy stimmte dem zu, aber SIE wollte es unbedingt selbst den Anderen beibringen, auf ihre Art und in ihrem Tempo. Ich war damit einverstanden.

Das zweite Ereignis von Belang war eine direkte Folge von diesem Zwischenfall mit Tim. Candy wollte, dass ich bei ihr eine Geistbefreiung durchführen sollte, nur „um zu schauen“. Sie hatte sich auf einer hässlichen emotionalen Berg- und Talbahn befunden und dachte nun, dass viele dieser Probleme ein direktes Resultat von der einen oder anderen Anhaftung gewesen sein könnten. Ich stimmte zu und wir vereinbarten für den nächsten Tag einen Termin.

Aus irgendeinem Grund wollte Candy Louise „zur Aktion“ mitbringen. Ich stimmte dem auch zu, aber mit einer gewissen Zurückhaltung. Denn letztendlich war Candy das Subjekt und was immer für sie angenehm erschien, sollte ermöglicht werden. Also wurde Louise informiert und nachdem die auch ihr Interesse an der Teilnahme bekundete, lud sie uns in ihr Haus ein, um dort die Geistbefreiung abzuhalten. Für mich war das in Ordnung.

Während der Sitzung identifizierte sich ein anhaftendes Wesen als „Thomas.“ Er erzählte uns seine „Geschichte“, dass er ein Voodoo – Meister auf Haiti war und von einem rivalisierenden Voodoo – Doktor im Jahre 1945 ermordet wurde. Der ECHTE Schocker kam, als er behauptete, dass er von einem „Zauberer“ „angeleitet“ oder „angewiesen“ worden war, Candy als einen „Kontrollkanal“ zu befallen.

Ein „Zauberer?“ Wer, wo, wann? Und überhaupt?

Er würde NICHT identifizieren „Wer“ es sei und es war klar, dass er sich vor Bestrafung fürchtete, wenn er seinen „Meister“ betrügen würde, aber er sagte, dass es in den letzten paar Wochen aufgetreten sei und dass Candy dieses Individuum KANNTE.

Es gab eine weitere Entität, die Candy über die ehelichen Beziehungen zu ihrem Mann befallen hatte, aber diese Wesenheit war eher froh, dass sie „ins Licht“ geschickt wurde und machte keine Probleme.

Außerdem gab es zwei Selbstmörder, die die erste „verfügbare Frequenz“ befallen hatten, d.h. Candy, in ihrer Angst, ein religiöses Tabu verletzt zu haben, da sie Selbstmord begangen hatten. Das ist nicht ungewöhnlich. Einer der Hauptgründe für geistige Anhaftungen ist die Ignoranz des Individuums darüber, was nach dem Tod WIRKLICH geschieht. Ein starker religiöser Glaube kann da genauso schädlich sein, wie der Glaube, dass nach dem Tod alles vorbei ist. Wir hatten dann noch ein Opfer eines Autounfalls und ein Opfer einer Schiesserei. Ich habe nicht herausgefunden ob diese letzte Entität in ein Verbrechen involviert war oder ob es ein Unfall war, da er/sie nahezu sofort „ins Licht gegangen“ ist, nachdem sie bei den vorangegangenen Wesenheiten diesen Prozess offenbar bereits gelernt hatte. (Das ist ebenfalls nichts Ungewöhnliches. Wenn es mehrere Anhaftungen gibt, scheinen diese durch die Handlungen der anderen Wesenheiten in ihrem „geteilten Gastgeber/Heim“ beeinflusst zu werden.)

Sowohl Candy als auch ich begannen zu glauben, dass hier etwas faul sein musste und sie war ziemlich bestürzt darüber, dass SIE von „jemandem“ befallen wurde, der versucht sie zu kontrollieren. Sie war sehr zornig und wollte ungedingt herausfinden, WER es war.

Louise hatte wie üblich keine Meinung. Sie sagte immer wieder: „Ist das nicht aufregend!“ Immer wieder, mit großen unschuldigen Augen.

Nun, was dann geschah, war von mehreren Wochen grotesker synchroner Ereignisse begleitet, die einfach zu häufig waren, um sie aufzuzählen. Es tut mir Leid, dass ich damals keine täglichen Aufzeichnungen darüber gemacht habe, weil sich daran in der richtigen Reihenfolge zu erinnern ist alles andere als leicht.

Ich hatte ziemlich lange – fast genau zwei Jahre lang – versucht, eine zweite Kopie von Velikovsky’s „Welten im Zusammenstoß“ zu bekommen – ohne Erfolg. Ich war in jedem Buchladen, rief Händler an; ich hatte sogar Kontakt mit dem Verleger der mir sagte, dass es vergriffen sei und nicht wieder aufgelegt werde. Also durchstöberte ich sämtliche Antiquariate, füllte kleine Kärtchen aus, damit ich, wenn es gefunden würde, angerufen werden konnte.

Eine weitere Sache, die in diesem Moment in der Zeit zusammenlief, war eine komische Angelegenheit, die mit dem Mordfall, in den ich 1993 involviert wurde, zusammenhing, was zur Verschlechterung meines körperlichen Zustandes geführt hatte, der mich mehr als eine Woche ans Bett fesselte und ich in dieser Zeit mehr oder weniger gezwungen wurde, meine Augen gegenüber Wechselbeziehungen von Außerirdischen und Menschen auf diesem Planeten zu öffnen. Die Geschichte ist ziemlich genau in "Amazing Grace" wiedergegeben, also muss ich sie hier nicht nochmals erzählen. Es reicht zu sagen, dass die Untersuchungen an diesem besonderen Mordfall eine Art „Torweg“ zur späteren UFO/Alien Erkenntnis in meinem Leben führten. Ich hatte mehrere Monate nichts von dem Fall gehört gehabt, und so war ich überrascht, als einen Tag nach Candys Geistbefreiung ein Freund, ein Privatdetektiv, anrief, der als Verbindung zwischen mir und gewissen Vollzugorganen des Gesetzes fungierte. Er hatte eine nicht mit dem Thema zusammenhängende Frage, doch dann wollte er etwas über ein Gespräch zwischen mir und einem in dem Mordfall ermittelnden Beamten der lokalen Behörde wissen. Nun, dieses Gespräch hat nie stattgefunden, also fragte ich ihn, worüber er redete. Er sagte: „Ich habe dich im Oktober angerufen, als ich mit ihm in seinem Büro war, aber eines deiner Kinder sagte mir, dass du im Krankenhaus bist, also hinterlegte ich seine Telefonnummer mit der Mitteilung, dass du ihn anrufen sollst. Ich dachte mir du hättest das schon getan.“

Ich habe diese Mitteilung nie erhalten. Die Kinder müssen es vergessen haben. Also schrieb ich die Nummer und den Namen noch einmal auf, rief dort an und hinterließ eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter des Ermittlers. Ich war neugierig, worüber er mit mir sprechen wollte. Sein Name war „ Marion Thomas.“ (Nicht sein richtiger Name, aber wie ich später herausfand, sind die Beziehungen der richtigen Namen zueinander Teil des „Hinweissystems“.) Ich wusste, dass Marion in der Vergangenheit oft als Männername verwendet wurde, aber der Name kam nicht so oft vor, also kam mir das merkwürdig vor. Und mein Bruder hieß Thomas, und der hatte als Kind einen besten Freund, der Marion Thomas hieß. All diese kleinen Gedanken liefen durch meinen Kopf in diesem Augenblick.

Ich machte mich gerade fertig, um meine Mutter heimzubringen, die den ganzen Morgen bei mir war. Als wir aus der Tür hinausgingen, läutete das Telefon wieder. Ich hob den Hörer ab und – es war „Marion Thompson“, die Besitzerin eines örtlichen Antiquariats, die mir mitteilte, dass sie das Buch von Velikovsy, Welten im Zusammenstoß, besorgen hatte können und dass ich es um sieben Dollar haben könnte. Ich war so aufgeregt, dass ich ihr sagte, sie möge einen Aufkleber mir „verkauft“ draufkleben, ich wäre gleich da und würde es holen. Schon bevor ich auflegte, dachte ich mir: „Marion Thompson? Marion Thomas? Was IST da los?!“

Aber ich verdrängte es, während ich zur Tür hinauslief. Mutter wartete draußen.

Dann läutete wieder das Telefon. Ich hätte fast nicht mehr abgehoben, tat es aber schließlich doch. Mein Cousin war dran – der Cousin, den ich zum ersten Mal bei meinem ersten MUFON – Treffen getroffen hatte, nach meiner UFO – Sichtung über dem Swimming Pool. (siehe Amazing Grace) Er rief auch an, weil er gerade in seiner Garage eine Ausgabe von Velikovsky’s Buch Welten im Zusammenstoß gefunden hatte. Er wusste, dass ich es suchte und wenn ich es wollte, wäre es schon meines!

Nun, das war ein wenig ZU viel! Zwei Marions, zwei Bücher, zwei Jahre Suche danach, und am Ende alles innerhalb von 30 Minuten! Ich meine, wie wahrscheinlich sind Anrufe von zwei Marions innerhalb von ein paar Minuten, um Gottes Willen? Und war es nicht merkwürdig, dass ebenfalls innerhalb ein paar Minuten plötzlich zwei Bücher da waren, nach einer zweijährigen erfolglosen Suche? Aber damals war ich an solche Sachen gewöhnt. Es bedeutete einfach, dass die Dinge WIRKLICH verrückt wurden. Ich wusste nur noch nicht wie verrückt sie werden würden!

Es war wieder Mittwochabend – Reiki - Nacht.

Als ich ankam, bemerkte ich, dass mehrere Leute draußen auf der Terrasse saßen. Im Näherkommen sah ich Reverend Ruth, das war überraschend. Auch eine große rothaarige Frau und ein völlig in weiß gekleideter Mann waren bei ihr – weiße Hosen, weißes Hemd, weiße Socken und sogar weiße Schuhe – und eine schwere Goldkette baumelte von seinem Hals in sein aufgeknöpftes Hemd. Um seine Handgelenke trug er ebenso schwere Armbänder aus Gold. Ich begrüßte sie freundlich als ich ins Haus ging, aber ihre Rektionen waren sichtlich nicht so herzlich. Aber ich schickte ihnen geistig meine Liebe und schloss die Tür hinter mir.

Die Frau, die auf dem Tisch lag, als ich hereinkam, war eine Krankenschwester aus einem Hospiz, die unter einer Vielzahl von physischen Problemen litt, die wahrscheinlich mit ihrem stressigen Beruf zusammenhingen. Ich stand bei ihrem Kopf und als ich ihr meine Hände auflegte, war es wie wenn sich zwei kräftige Magnete plötzlich verbinden – ZACK! – auf eine Art und mit einer Stärke, wie ich es noch nie vorher erlebt habe. Und die Energie begann zu fließen.

Die einzige Art meine persönlichen Gefühle beim Channeln der Reiki - Energie zu beschreiben ist, dass es sich wirklich anfühlt, wie wenn man ein Baby stillt. Sobald der Kontakt hergestellt ist, fühlt es sich an, als ob die „Milch“ fließt, nur in den Armen und nicht in der Brust. Das ist ein ausgeprägtes Gefühl. Ich kann den Fluss andauernd fühlen und kontrollieren, genau wie ich den Fluss der Milch fühlen und kontrollieren konnte, als ich meine fünf Kinder gestillt habe.

Diese Frau, die Hospiz Krankenschwester, zog so stark an der Energie, dass es bereits schmerzte! Meine Handgelenke begannen weh zu tun. Sie schmerzten wie ein Abszess, dass aufgestochen werden muss. Ich wusste schon, dass dies wahrscheinlich mit meiner Handgelenksoperation zusammenhängen könnte und dass da offenbar auch ein paar „Kurzschlüsse“ mit im Spiel waren, doch bislang war ich mit solchen Unannehmlichkeiten fertig geworden. Aber hier konnte ich die Schmerzen kaum aushalten. Ich löste mich für ein paar Minuten, schüttelte meine Hände, rastete ein wenig und legte sie dann wieder auf. Keine Änderung. Diese arme Frau war bis ins letzte erschöpft und ich war froh ihr auf diese Art helfen zu können, auch wenn es ziemlich ungemütlich war. Doch bald begann sich der Fluss zu verlangsamen, der Schmerz verzog sich und das „magnetische“ Gefühl löste sich. Sie war mit ihrer Behandlung fertig.

Ich wollte eine Pause machen, ein wenig Punsch trinken und jemand anderen meine Position einnehmen lassen, doch genau in dem Moment kam der weiße Mann von draußen herein und sagte: „Geh noch nicht!“ Louise stellte ihn als einen „Freund von Reverend Ruth“ vor, der gerne Reiki ausprobieren wollte, da er eine Venenentzündung hatte. Er sprang mit einer solchen Leichtigkeit auf den Behandlungstisch, dass ich kaum glauben konnte, dass er überhaupt irgendwelche Probleme hatte. Ich stellte mich wieder an meine Position am Kopf des Patienten.

Der Mann hatte keinen ungewöhnlichen Energieverbrauch. Eigentlich schien er gar keine Energie zu ziehen. Ich ROCH Whisky in seinem Atem und hatte bereits die Erfahrung gemacht, dass Alkohol und Reiki sich NICHT vertragen. Ich kannte Menschen, die wirklich krank wurden, wenn sie zu früh nach einer Reiki – Behandlung Alkohol tranken. Ich wollte ihm das nach der Behandlung mitteilen, doch ich bekam nicht die Gelegenheit dazu.

Sobald wir unsere Hände von ihm wegnahmen (wir waren fünf Personen am Tisch), setzte er sich auf, sprang auf seine Beine und drehte noch in derselben Bewegung sein Gesicht zu mir. „Das ist für dich,“ sagte er und er streckte seine Hand nach mir aus und zeichnete mit seinem Finger eine Figur auf meine Stirn.

Das tat er, in wenigen Worten beschrieben, aber wie er es tat war sehr eigenartig. Es war als ob alle im Zimmer für einen kurzen, fast unmerkbaren Augenblick, erstarrt waren. Und alle blieben erstarrt bis er aus der Tür gegangen war und kamen erschrocken wieder zu Bewusstsein, als sie Autotüren zuschlagen, den Motor starten und ein Auto wegfahren hörten. Alle sahen mich an und dann begannen alle auf einmal zu sprechen. „Was war DAS?“ oder „Was hat er GEMACHT?“ oder „Wer war das?“ oder „Wie kann er sich TRAUEN, dich ohne deine Erlaubnis zu berühren?“

Die letzte Meldung war wichtig. Es wurde in den Reiki Kursen gelehrt, dass niemand ohne seine Erlaubnis berührt werden darf. Das wurde uns immer wieder gesagt und wir nahmen es sehr ernst.

Ich fragte Louise, wer der Mann war, und sie behauptete nicht mehr über ihn zu wissen, als dass er ein Freund von Reverend Ruth und ihrer rothaarigen Freundin war. Candy und die anderen schrieen vor Empörung auf und versuchte die Stelle auf meiner Stirn zu untersuchen, um festzustellen was denn da drauf gezeichnet worden war. Niemand kannte den Mann. Niemand kannte die Bedeutung dieser Aktion. Niemand wusste warum Reverend Ruth mit ihren Freunden einen Besuch abgestattet hatte. Darin waren sich alle einig.

Nachdem der ganze Tumult abgeklungen ist, gingen wir wieder an unsere Positionen zurück und ich umgab mich mit Liebe und Licht. Ich war mir sicher, dass, wer immer dieser Mann war und was immer er mit diesem seltsamen Verhalten bezwecken wollte, dies nicht meinen Schutzschild durchbrechen konnte.

In der folgenden Nacht wachte ich um Mitternacht mit solchen Schmerzen auf. Ich wusste, das war ein Herzinfarkt. Nicht nur dass ein Elefant auf meinem Brustkorb saß, es war auch wie wenn ein Zaunpfahl durch mein Brustbein gerammt werden würde. Ich war wie in einer eisernen Jungfrau, die langsam den Atem aus mir herausdrückte. Ich weckte meinen (Ex) Mann und er brachte mich in die Notfallambulanz.

Sobald wir dort ankamen, begannen der Druck und die Schmerzen nachzulassen, aber mit meinen Symptomen nahmen sie mich sofort auf. Da ich mich scheinbar wieder stabilisierte, gab es keine große Aufregung um mich (ihr kennt das, die kleinen elektrischen Knubbel und die „Wiederbelebungsmaschine“), aber trotzdem arbeiteten die Ärzte rasch und bereiteten mich für die Untersuchungen vor. Der Arzt sagte, dass ich einige Untersuchungen machen und für einige Tage zur Beobachtung im Spital bleiben müsste. Das war mir recht. Ich war durch diesen Zwischenfall doch sehr entsetzt, weil ich dachte, dass dieses Leiden schon vor langer Zeit geheilt worden war. Doch als die Krankenschwester den Infusionswagen herein schob und das Setzen der Infusionsnadel vorbereitete, sagte eine Stimme in meinem Kopf, die so klar und kraftvoll war, wie ich es noch nie zuvor vernommen hatte, dass wenn ich zulassen würde, dass die Nadel in meinen Arm gestochen würde, dann würde diese mich töten.

Mein rationaler bewusster Geist entgegnete sofort: „Das ist doch VÖLLIGER BLÖDSINN! Du bist paranoid! Du hast zuviel und zu lange verrücktes Zeug gelesen und das hat deine Urteilskraft beeinträchtigt.“

Dann überkamen mich ein Hitzeschauer und das„Wissen“, dass ich, wenn ich in dem Spital bliebe, sterben würde, und mein bewusstes Argument wurde wieder unterwandert. Ich fühlte mich einen Augenblick schizoid. Und nicht nur das, ich hatte auch das Problem, aus dieser Situation heraus zu kommen, in der ich war. Ich meine wie sagt man „danke, dass ihr mir das Leben gerettet habt, aber ich will das nicht mehr, danke!“? Ich war in einer Zwickmühle und es schien keinen Weg heraus zu geben.

Ich versuchte die Krankenschwester davon zu überzeugen, dass eine Infusion nicht nötig sei. Sie meinte daraufhin, dass das immer so gemacht werde und deshalb so sein muss. Keine Chance.

Dann sagte ich ihr klar und deutlich „nein, ich WILL keine Infusion.“ Sie ignorierte mich weiter.

Ich malte mir in meinem Geist schnell alle Möglichkeiten aus. Klar konnte es ein Herzinfarkt gewesen sein; es könnte auch ein Vorbote eines wirklich tödlichen Infarktes gewesen sein. Aber andererseits könnte es auch mit dem Mann beim Reiki – Treffe zusammenhängen. Mir wurden plötzlich die Informationen aus Tims und Candys Geistbefreiungen bewusst. Aber wie verlässlich waren diese? Es ist eine Sache, damit ohne notwendige definitiv physische Handlungen bei anderen Menschen zu arbeiten, aber es ist eine andere Sache, dies als REAL zu betrachten und eine kritische Entscheidung auf Basis eines solchen Wissens zu treffen. Was ist, WENN dies Wissen IST, und nicht einfach eine weitere Schicht der „Zwiebel“, sozusagen. Was ist, wenn dies richtige Informationen, wie die Dinge in den „psychischen“ oder „unsichtbaren“ Ebenen funktionieren, waren. Dann IST vielleicht das ganze Happening deshalb geschehen, um mich ins Krankenhaus zu bringen. Und vielleicht SOLLTE es so eingerichtet werden, dass jemand im Spital daraufhin aktiviert werden würde, der dann „zufällig“ einen Fehler begehen sollte, der dann zu meinem Tod führen würde.

Während ich all dies bedachte, erinnerte ich mich an Franks Aufzählung der Ereignisse in meinem Leben und seine Beobachtung, dass einiges davon doch ziemlich ungewöhnlich war; und ich erinnerte mich an seine Theorie über den Grund dafür. Wenn das STIMMTE, (und denkt dran, es gab dafür KEINEN BEWEIS, außer dass ich, sobald ich um Hilfe für meine Gesundheit gebeten hatte, zu Reiki geführt wurde) dann könnte es auch einen Grund für ein paar Menschen geben, mich aus dem Weg zu räumen.

Aber nichtsdestoweniger musste ich immer noch eine Entscheidung ohne sichtbaren BEWEIS treffen! Entweder ich stimmte der „Oberfläche“ zu, der „üblichen“ Interpretationen des Geschehenen – was bedeuten würde, im Spital zu bleiben, da ich einen Herzinfarkt gehabt haben könnte, was zum Risiko eines natürlichen oder unnatürlichen Todes führen könnte; oder aber zu meiner „Rettung“ durch die Kunst der Ärzte.

Oder ich stimmte der subtilen, spirituellen Interpretation zu, nehme die Verantwortung für mein Leben in meine eigenen Hände, treffe eine wesentliche Entscheidung auf Basis eines Wissens OHNE BEWEIS. Wenn ich darin falsch läge, würde ich sterben. Wenn ich Recht hätte, würde ich nicht sterben. Und wenn das die richtige Entscheidung wäre, würde ich sicher sterben, wenn ich bliebe.

Was für ein Dilemma. Jeder einzelne Gedanke meiner kulturellen und sozialen Programmierung tendierte zur „normalen“ Interpretation – ich hatte ein Gesundheitsproblem und musste im Spital bleiben um Leben zu können.

Alles was ich gelernt hatte, meine Experimente, mein sich erweiterndes Bewusstsein, alles kann als „subjektiv“ oder sogar „verrückt“ bezeichnet werden. Verdammt, ich dachte in dem Moment, ich wäre wirklich verrückt geworden! WAS DENKE ich da?!

Doch irgendwie kam eine Art verrückten „Mutes“ über mich. Richtig oder Falsch, ein einziges Mal in meinem Leben MUSSTE ich auf meine innere Stimme hören. Wenn ich mich irrte, würde ich sterben, so sei es! Zumindest hatte ich dann den Mut gehabt!

Ich entschied.

Eine große Ruhe stieg in mir auf und ich teilte der Krankenschwester bestimmt mit, dass sie die Infusion wieder wegräumen konnte weil ich sicherlich keine akzeptieren würde. Zuerst glaubte sie mir nicht, aber als ich aufstand und begann mich anzuziehen, sagte sie „Ich werde den Doktor holen.“

Der Arzt kam und erzählte mir, dass „ich einen Riesenfehler mache!“ und dass ich einen Revers unterzeichnen müsste und so weiter. „Ich unterschreibe“ sagte ich. „Ich habe nichts gegen das Krankenhaus oder gegen Sie oder gegen irgendwen, aber ich werde NICHT hier bleiben und werde mit KEINE Nadeln und Medikamente in meinen Körper pumpen lassen.“ Und damit sie das auch einschätzen konnten, sagte ich noch, „es wäre gegen meine Religion.“

Nun, das dürften sie verstanden haben, denn sie hatten die Formulare schon bereit, als ich zur Rezeption kam. Ich unterzeichnete, ging aus dem Warteraum und sagte meinem (Ex) Mann, dass wir heimfahren konnten.

Er dachte ich hätte völlig meinen Verstand verloren! Ich dachte das aber auch! Aber ich konnte einfach NICHT mit der Kraft streiten, die mich zwang, das Krankenhaus zu verlassen.

Zu Hause angekommen ging ich ins Bett und begann wegen der Implikationen meiner Entscheidung wie Espenlaub zu zittern. Ich hatte alle normalen Konventionen verneint und missachtet. Ich hatte allen Programmierungen meines Lebens - unter der einen oder anderen Form von Kontrolle zu stehen – ein „braves Mädchen“ zu sein und „den Doktor“ oder sonst wen über mich entscheiden zu lassen – entgegengewirkt. Danach wurde ich von so vielen Zweifeln gequält, dass es ein Wunder ist, dass ich daraufhin nicht wirklich den „tödlichen“ Herzinfarkt bekommen habe!

Nächten Morgen fühlte ich mich sehr schlecht. Ich war schwach und fühlte mich „am Rande“ von etwas Tiefem und Dunklen. Der „Zaunpfahl“ – Effekt war zwar gering, aber beständig, der Druck war da, jedoch weniger krass und der Elefant auf meiner Brust hatte an Gewicht verloren. Als ich in die Küche ging um Wasser zu trinken, sah ich aus dem Fenster – der Pool war grün. Über Nacht wurde er zu „Erbsensuppe“.

Das machte mich fertig. Ich bat meinen Mann, das Wasser zu testen und den Schaden zu beheben. Das machte er. Ungefähr hundert Dollar und viel Arbeit später war es – immer noch Erbsensuppe.

Irgendwie wusste ich, dass der Zustand des Wassers im Pool meine Umgebung und mich selbst repräsentierte. Ich stand in einer „Invasion“ von psychischem „Schleim“. Und da das eindeutig nicht durch eine gewöhnliche Behandlung zu entfernen war, musste ich doch einiges an zusätzlicher Arbeit tun, um damit umgehen zu können.

Da rief Candy an und ich erzählte ihr kurz, was geschehen war. Sie schien darüber bekümmert und mitleidig zu sein und meinte, dass sie versuchen werde, etwas über den Mann vom Reiki Treffen herauszufinden. Sie würde mich später wieder anrufen und mir berichten.

In der Zwischenzeit rief auch Tim an und wollte mit mir über den Zwischenfall mit dem Mann sprechen. Er war genauso besorgt wie ich.

Nichtsdestotrotz hatte Tim viele Empfehlungen, wie meine geistige Umgebung zu „reinigen“ sei und er bot mir an vorbeizukommen und dies zu tun. Er wollte sich auch den Pool ansehen. Ich konnte ein wenig Hilfe gut gebrauchen und meinte „sicher, komm her.“ Tim kam, betrachtete den Pool und führte einige ritualartige Handlungen durch, die die Dinge „reinigen“ sollten.

Nichts passierte. Ich hatte weiterhin das Gefühl, von einer eisernen Jungfrau zusammengequetscht zu werden. Ich denke es fühlte sich an wie in einer Druckkammer.

Candy rief wieder an. Sie sagte sie wäre SEHR geschickt gewesen, die Informationen aus Ruths Assistentin herauszubekommen, und es scheint, dass unser Herr von dem Reiki Open House als ein Eingeweihter von ritueller Magie gilt, und angeblich der „Obermacker“ des metaphysischen Hokuspokus im ganzen Staat ist.

Toll. Jetzt fühlte ich mich auch nicht besser. In Wahrheit war ich ausgesprochen deprimiert, wenn ich mich mit Menschen auseinandersetzen musste, die mir solch bösartige und schmerzhafte Dinge antun, ohne dass ich ihnen irgendetwas getan hatte. WAS genau hatte ich ihnen denn getan, dass sie mich so sehr hassten? Und darüber hinaus war ich SEHR verwirrt, wie so etwas passieren hatte können, wo ich mich doch „mit Liebe und Licht“ umgeben hatte und immer nur liebende Gedanken hatte, Liebe sendete, und so weiter.

Candy meinte, dass sie die perfekten Antworten hatte, um alles zu „reinigen“ und bot mir an vorbeizukommen um „ihre Dinge zu verrichten“. Wieder war ich jeder Hilfe gegenüber offen, die funktionieren könnte, also stimmte ich zu.

Sie kam mit Salbei, Kerzen, Salz, Kristallen und einem ganzen Sortiment an esoterischen Ausstaffierungen bewaffnet an. So wie Tim begann sie zu werken. Sie „reinigte“ einen Platz im Arbeitszimmer und richtete einen „Altar“ mit Kerzen, Kräuterschalen, „aufgeladenen“ Steinen und ähnlichen Dingen ein. Sie räucherte mit Salbei um das Haus herum, öffnete alle Fenster und Türen, um den Ort „auszulüften“ und so fort. Sie ließ mich in einem weiten Nachthemd aufstellen und räucherte mich von oben bis unter aus und schwenkte dann überall mit dem rauchenden Salbei herum (garantierte Wirkung um alle negativen Energien loszuwerden, oder du bekommst dein Geld zurück!) und... nichts geschah. Keine Wirkung. Genauso wie ich an die Wirkung dieser „Rituale“ glaubte, „Feuer mit Feuer“ zu bekämpfen, genauso fühlte ich immer noch den Elefanten auf meiner Brust sitzen und hatte immer noch das Gefühl von Depression und stetigem Druck.

Am nächsten Tag war der Pool immer noch Erbsensuppe. Ich schickte meinen (Ex) Mann, um noch mehr Chemikalien zu kaufen. Wir befüllten den 4'000 Liter – Pool mit genügend Chlor und Algenkiller, um damit ein fünf Mal so großes olympisches Schwimmbecken säubern hätten zu können. Die Pumpe lief pausenlos, wir reinigten dauernd den Filter, ließen die Pumpe wieder laufen, reinigten den Filter, ließen die Pumpe laufen, usw. – mehr als 24 Stunden lang.

Erbsensuppe. Der Arbeiter von der Schwimmbadfirma meinte, wir müssten das Wasser auslassen und alles neu befüllen.

Jeden Tag kämpfte ich, trotz der fürchterlichen Beengung in meinem Geist, zu funktionieren. Es war wie wenn ich verwundet wäre und ein Wolfsrudel kommt immer näher, streicht um mich herum, schnuppert und wartet auf die Schwäche, die jeden Widerstand aufhebt, um mich dann anzufallen und zu zerstören.

Immer noch war Erbsensuppe im Schwimmbad. Und Chemikalien; Rituale, Gebete und „Reinigungen“ im und ums Haus. Täglich. Stunden wurden mit dem Errichten von „geistigen“ Barrieren aus Liebe und Licht um mich und dem Haus verbracht. Wir versuchten den geistigen Spiegel. Alles. Sagt was wir tun sollen, wir versuchen es. Nichts hat geholfen.

Wir diskutierten darüber rauf und runter. Ich hatte ein paar Hinweise aus der Arbeit mit den Geistbefreiungen, dass das Problem ein „ätherisches Band“ sein könnte, dass durch eine Verbindung mit gewissen Leuten aufrecht gehalten wird. Ich wusste aus den Konversationen mit verschiedenen Wesenheiten, wo und wie sie ihr Opfer befallen haben, und dass dies sehr oft einfach durch das Zusammensein mit bestimmten Personen zustande kommt und dass diese Menschen normalerweise nicht realisieren, dass sie die „Träger“ oder „Instrumente“ der Verbindung sind. Fast wie wenn man sich vorstellt, geistig angesteckt zu werden. Also entschied ich, dass das der Grund sein könnte und da ich nicht SEHEN konnte, wer der „Träger“ war, musste ich meinen Kontakt mit der gesamten Reiki – Gruppe abbrechen, solange bis ich stark genug war, selbst damit zu experimentieren um herauszufinden, WER der Kanal für den Angriff ist.

Das war eine schwere Entscheidung, weil ich diese Leute wirklich sehr mochte und wir eine schöne Zeit miteinander verbracht hatten. Natürlich dachte ich nach dem Zwischenfall mit Trudy, dass sie diejenige sein könnte, die das Band für den Angriff herstellte, doch das würde bedeuten, dass jeder, der mit ihr und daraufhin mit mir zusammen war, die „Infektion“ durch Nähe „übertragen“ konnte.

Candy und Tim stimmten mir bei dieser Einschätzung zu und wir entschieden alle drei, den Kontakt mit der Gruppe solange auszusetzen, bis wir einige „Tests“ durchführen konnten. Wir hatten alle drei das eine oder andere Problem erfahren, indem wir mit Leuten Umgang hatten, die „nicht so waren, wie sie erschienen“ sind. Ich konnte auch immer noch nicht klar sagen, ob das nun absichtlich geschehen ist, oder nicht. Offenbar, wie sich gezeigt hat, muss es einem nicht einmal bewusst sein!

Das war nun eine Entscheidung, die gegen die Philosophie der Akzeptanz von „Liebe und Licht“ und „unkonditionierter Liebe“ gerichtet war. Sie ging auch gegen alle sozialen und kulturellen Lehren, die von „Kompromiss“ und „dem daran arbeiten, miteinander auszukommen“ erzählten. Aber ich musste etwas unternehmen um die Zeit zu bekommen, die Dinge auszusortieren und auf die Reihe zu kriegen, und das schien mir der sicherste Weg im Augenblick dazu zu sein. Also entschied ich mich wieder. Ich schloss geistig mit all diesen Leuten ab und bestimmte, solange nicht einmal mit ihnen zu sprechen, bis ich herausgefunden hatte, was vor sich ging.

In der folgenden Nacht hatte ich einen Traum.

Im Traum war der Pool. Jemand hatte ein Auto in den Pol gelenkt und ich versuchte verzweifelt herauszufinden, wie ich das Auto wieder aus dem Pool bekommen könnte. Eine Frau kam, die eine Verwandte zu sein schien, doch mein genaues Verhältnis zu ihr war nicht klar. Sie rief einen Abschleppdienst, der den Wagen herausschleppte und dann half sie mir den Pool auszulassen, den Dreck, das Öl und das Benzin wegzuschrubben und danach kam eine Welle aus dem nahen Meer und füllte den Pool wieder mit frischem, sprudelndem Wasser.

Als ich aufwachte, fragte ich mich, was der Traum bedeutet haben könnte. Er gab mir ein positives Gefühl und ich stand auf und fühlte mich viel besser. Der Druck war verschwunden und ich atmete viel leichter. Ich ging in die Küche, sah aus dem Fenster und – der Pool war sauber. Ich stand da, starrte hinaus und konnte es nicht glauben. Wir hatten ein Vermögen in Chemikalien investiert und in den letzten Tagen hatte ich schon alles aufgegeben – und jetzt war er da, genauso frisch und klar wie der Pool in meinem Traum.

In diesem Augenblick klopfte Tim an der Tür und ich öffnete ihm und erzählte, dass der Pool nun sauber sei. Er wurde ganz aufgeregt und ging hin um nachzusehen. Er stand da, starrte auf den Pool und schüttelte immer wieder seinen Kopf. „Ich kann das nicht glauben!“ Er hatte mir mit den Chemikalien und dem Reinigen des Filters geholfen, hatte seine eigene „spirituelle Reinigung“ durchgeführt und wusste, dass wir alles versucht hatten, ohne Erfolg und dass wir schließlich aufgegeben hatten. Er war von dieser plötzlichen Wendung genauso erstaunt wie ich. Ich erzählte ihm den Traum aber ich war mir nicht über dessen genaue Bedeutung im Klaren, ja nicht einmal, wer die „verwandte Frau“ war, die gekommen war um mir zu helfen.

Da rief Candy an. Sie hatte Neuigkeiten. Es schien, dass sie gerade einen Anruf von einem Mitglied der metaphysischen Kirche erhalten hatte, der ihr mitgeteilt hat, dass Reverend Ruth und der Obermacker in der Nacht einen Autounfall hatten. Sie wären beide im Krankenhaus und Reverend Ruth verlangte, dass alle für sie beide beten sollten. Ich erzählte Candy, wie seltsam für mich diese Geschichte mit dem Unfall sei, da ich einen Traum hatte, in dem ein Auto in meinen Pool gefahren ist, und der Pool nun klar ist. Und mehr noch, der Elefant sitzt nicht mehr auf meiner Brust. Gab es zwischen dem Traum, der Säuberung des Pools und der Befreiung von der „Attacke“ auf der einen, und meiner Entscheidung den Kontakt mit der Gruppe und jedem ihrer Mitglieder abzubrechen, einen Zusammenhang?

Möglich war es. Aber es zwang mich dazu, Ideen, die einfach völlig bizarr waren, in meine Überlegungen mit einzuschließen. Offenbar war das sich mit Liebe und Licht umgeben nicht so effektiv wie gedacht, besonders in bestimmen Umständen. Könnte es sein, dass die „Blase aus Liebe und Licht“ eine Art „Hemmschuh“ für Wissen, Wachstum und Entwicklung war? Es war mir nun ziemlich klar, dass Menschen, die in solchen „Glaubensgespinsten“ leben, genauso leicht von dunklen Kräften oder „toten Typen“ „benutzt“ werden konnten wie alle anderen. Der Grund dafür liegt darin, dass sie nicht GLAUBEN, dass so etwas möglich sein könnte und deshalb auch keinen Antrieb haben zu lernen, dass so etwas nicht nur möglich IST, sondern auch, dass es IHNEN selbst PASSIEREN kann! Es ist wie in dem alten Spruch: „Das einzig nötige Mittel um das Böse zu besiegen, ist, für gute Menschen, nichts zu tun.“ Hier haben wir ein perfektes Beispiel, das diesen Spruch belegt. Wenn ein Mensch in seinem Glaubensystem eingesperrt ist, kann er nicht SEHEN, was WIRKLICH OBJEKTIV geschieht. Er hinterfragt seine Beobachtungen oder Erfahrungen nicht auf eine „offene“ Weise, sondern interpretiert diese eher nach seinem Glaubenssystem, ohne dabei eine Option auf weitere Erklärungen zu haben. Quadratische Stöpsel, die nicht ins runde Loch passen, werden ignoriert und unter den Teppich gekehrt.

Es scheint hier auch Fakt gewesen zu sein, dass sich viele Menschen als „Lichtarbeiter“ darstellten, aber in Wirklichkeit nicht von solcher Natur waren. Vielleicht WAREN sie das in ihrem bewussten Geist, aber auf einer tiefen Ebene geschah etwas, das wirklich einige scharfsinnige Beobachtungen verlangt hätte, damit eine Unterscheidung möglich gewesen wäre. Ich war über diese Beobachtung so verwirrt wie ich nur hätte sein können und ich wusste nicht was ich damit anfangen sollte. Nicht nur das, es schien auch dass von mir bei jedem Schritt verlangt worden war, eine Entscheidung zu treffen, was ich, basierend auf einer sehr subtilen Ebene des Verständnisses, tun oder nicht tun würde. Das dürfte damit zusammenhängen, dass ich permanent alles HINTERFRAGT HABE. Ich steckte nicht im Glauben fest.

Es gab auch noch eine Besorgnis erregende Angelegenheit. Candy selbst. Wie konnte es sein, dass sie die ganze Zeit über zwischen zwei Stühlen saß? Wie konnte sie so leicht Zugang und Kontakt mit diesen Leuten haben? Ich versuchte all diese Fragen wegzuwischen, aber letztlich verlangten sie beantwortet zu werden. Auf eine gewisse Weise errichtete ich einen geistigen Schutzschild gegen sie und vertraute ihr nicht mehr so blind.

Ich führte für einige Monate meine Beziehung mit ihr weiter, durch die Anfangsphase des Cassiopaea – Kontakts, und wurde von ihr andauernd versichert, dass sie „alles unter Kontrolle“ habe. Die Cassiopaeaner waren da anderer Meinung, aber damals wusste ich nicht, was ich glauben sollte.

Sie verbrachte viel Zeit mit einem angeblichen UFO – Forscher, der „ein Buch über ihren Fall“ schreiben würde und sie dabei (das war inbegriffen) berühmt machen würde. Ich ließ diesen Forscher durch meinen Freund, den Privatdetektiv, checken und fand heraus, dass er nicht nur einen schlechten Ruf hatte, sondern dass auch seriöse Forscher nichts mit ihm zu tun haben wollten. Als ich das Candy erzählte, ging sie offenbar sofort zu ihm und erzählte es ihm weiter. Er konnte sie davon überzeugen, dass ich diejenige wäre, mit der sie den Kontakt vermeiden sollte, da sie ich offenbar selbst dazu benutzen wolle, um mich selbst als „UFO – Forscher“ berühmt zu machen. Er wollte ihr „ja nur helfen“. Natürlich wollte er auch eine intime Beziehung mit Candy.

Durch seine Führung kam Candy in einen Kreis von Leuten, deren Glaube an die „Pleiaden“ von Billy Meier so fanatisch war, dass er bereits fast die Form eines Kultes angenommen hatte. Ihre Aktionen wurden so eigenartig, dass ich sie vor dieser Gruppe warnen musste. Daraufhin wurde sie zornig, weil ich nun sogar ihre Absichten in Frage stellte. Mir war klar, dass sich diese Gruppe bemühte sie davon zu überzeugen, dass ich ihre Feindin sei. Nichts war weiter von der Wahrheit entfernt.

Eines Tages entdeckte Candy, dass das Kleid, dass sie zur Zeit ihrer „Hauptentführung“ trug, in eine Ecke ihres Klosetts geworfen worden war und dort schon einige Monate unberührt lag. Sie meinte sie könne damit nicht umgehen, weil das damalige Ereignis in ihr einen emotionellen Aufruhr verursacht hatte. Ich meinte, sie solle es doch in eine Plastiktüte stecken und es weglegen, bis ich einen Weg gefunden habe, wie man es korrekt auf Spuren untersuchen kann.

Ich rief meinen Privatdetektiv an und erzahlte ihm die Geschichte. Er war sehr an diesem Stück „physischen Beweises“ interessiert, da es wissenschaftlich untersucht werden könnte. Er verwendete seine Verbindungen zu den Behörden um es in einem professionellen Labor untersuchen zu lassen, sagte aber nicht dazu, dass möglicherweise eine Verbindung zu UFO’s bestand. Wir dachten, das wäre der beste Weg, einem „Verschwinden“ des Beweisstücks entgegenzuwirken, wenn das überhaupt möglich war.

Ich rief Candy an und teilte ihr mit, dass ich es geschafft habe, ein Labor zu finden. Sie war ziemlich aufgeregt und brachte das Kleid, damit ich es meinem Freund geben konnte. Ein paar Stunden nachdem sie das Kleid vorbei gebracht hatte, rief sie an und fragte, ob ich das Kleid schon weitergegeben habe. „Nein, noch nicht“ antwortete ich. „Ich wollte es gerade tun.“ Sie bestand plötzlich darauf, dass ich es NICHT weitergeben solle, da ihr UFO – Forscher/Liebhaber ihr gesagt hatte, dass er die „richtigen Ressourcen“ habe um das Kleid zu untersuchen – einer seiner Freunde war Chemiker mit eigenem Labor. Ich wusste bereits, dass dieser Typ ein echter Betrüger war und warnte sie, dass sie einen fürchterlichen Fehler machen würde, dass sie ihren „Beweis“ aufs Spiel setzen würde, wenn sie ihm erlaubt das Kleid zu untersuchen.

Aber sie war überzeugt. Es war ähnlich wie ich damals meine Entscheidungen getroffen habe, nur dass sie ihre Wahl mit geschlossenen Augen gegenüber objektiven Tatsachen traf. Sie kam und nahm das Kleid wieder zu sich.

Mein Cousin war mit vielen Leuten bei MUFON in Kontakt. Eines Tages rief er an um mit mitzuteilen, dass es wegen diesem Zwischenfall viele Gerüchte gegeben hatte. Scheinbar gab, nachdem Candy das Kleid ihrem neuen Ufologie - „Guru“ gegeben hatte, dieser es einem Typen, der behauptete, ein „Wissenschaftler“ zu sein, den mein Cousin aber gut kannte. Er meinte, dass dieser Typ vielleicht ein paar Chemie – Kurse am College besucht hatte, aber dass er definitiv KEIN Wissenschaftler war – tatsächlich war er nur ein Techniker im kommunalen Abwasserverband. DORT war sein Labor!

Candy hatte sich also gewissermaßen für einen Techniker aus der örtlichen Wasserwiederaufbereitungsanlage entschieden, der die SEHR WISSENSCHAFTLICHEN Analysen durchführen sollte, anstatt für eine legitimierte wissenschaftliche Evaluierung in einem Hightech – Gerichtsmedizinischem Labor. Stellt euch vor. Es war ihre Entscheidung.

Mir waren diese Leute und ihre UFO Spielereien und ihrem Bedürfnis, den anderen immer eine Nasenlänge voraus zu sein, wirklich zuwider.

Genau zu dieser Zeit sollte ich einen gut beworbenen Vortrag über die Cassiopaeaner in einem Buchladen in Indian Rocks Beach halten. Ein paar Tage davor erhielt ich einen Anruf von der Besitzerin des Buchladens. Sie war sehr aufgeregt und sagte, dass sie einen anonymen Anruf erhalten hatte, bei dem der Anrufer offenbar einen elektronischen Stimmmanipulator verwendet hatte um seine Stimme zu verzerren der ihr mitteilte, dass wenn sie meinen Vortrag nicht absagen würde, sie sich besser auf eine „schlechte Reklame“ bereitmachen sollte, denn ich stand auf einer Liste, um „eliminiert“ zu werden. Ob sie das denn für ihr Geschäft wolle?

Glücklicherweise war sie so verärgert, dass sie bedroht wurde und war bereit, mich den Vortrag halten zu lassen, aber ich wollte NICHTS riskieren. Ich rief meinen Privatdetektiv – Freund an und erklärte ihm die Situation. Sein Partner agierte freiwillig als mein Bodyguard. Er fuhr mich zu dem Buchladen, begutachtete jeden Besucher, war bewaffnet und zu Taten bereit.

Ich realisierte, dass mir alles völlig aus den Händen geglitten war, als ich einen bewaffneten Leibwächter brauchte, um über das Material der Cassiopaeaner sprechen zu können!

Aber WAS ging hier vor? Warum wurde der ganze Prozess des Experiments mit dem Channeling, ab einem bestimmten Punkt, permanent attackiert? Man könnte meinen, dass solche Aktionen wahrscheinlich nicht von den „guten Jungs“ kommen. Also müssen sie von den „bösen Jungs“ kommen. Und wenn das so war, warum war es so? Die einzig logische Antwort war, dass es einen Grund geben musste, warum sie nicht WOLLTEN, dass wir mit unserem Experiment weitermachten. Und als der Kontakt einmal etabliert war, wollten sie definitiv nicht, dass wir die empfangenen Informationen mit irgendwem teilten. Ich muss wieder fragen, warum? Die einzig logische Antwort warum es für sie erstrebenswert wäre, mir den Mund zu verbieten ist, weil das was wir empfangen die WAHRHEIT ist – oder ihr unangenehm nahe liegt!

Das brachte auch die Frage auf, warum so viele channelnde Personen NICHT auf solche Art attackiert werden? Die Logik sagt uns, dass sie deshalb nicht attackiert werden, weil nichts was sie sagen signifikant genug ist, oder korrekt genug ist, um eine solche Unterdrückung zu rechtfertigen.

Ich konfrontierte eines Tages Candy mit diesem Thema. Sie gab zu, dass sie weiterhin mit der metaphysischen Kirche und der Reiki Gruppe Kontakt hatte. Ich sagte ihr meine Meinung, dass das keine gute Idee wäre. Hatten wir nicht etwas aus all diesen Erfahrungen gelernt? Sie flüchtete sich in eine Richtung die mich überraschte. Sie begann darüber zu sprechen, wie dumm es wäre, Leute auszuschließen, nur wegen solcher „Kleinigkeiten“ wie diesen „Spielchen“ die offenbar gespielt wurden. Ich meinte nur, dass SIE nicht diejenige gewesen sei, deren Leben bedroht worden war. Sie stimmte zu und meinte dann, dass sie damals einfach gefühlt hatte, „beschützt“ gewesen zu sein und dass sie in der Lage war, durch die heimtückischen Wasser der „anderen Seite“ zu navigieren. Ich versuchte sie davon zu überzeugen, dass sie in eine „Falle“ geraten könnte, aber sie bestand darauf, dass dies nicht der Fall sei. Also ließ ich es dabei beruhen.

Am Tag darauf war eine meiner Töchter krank. Sie hatte Fieber und einen hässlichen Ausschlag. Ich fuhr mit ihr sofort zum Arzt. Die Diagnose war: ernsthafte systemische Candiasis (Pilzinfektion).

Ich brauchte keine weiteren Beweise. Als später Candy anrief, weil sie reden wollte, teilte ich ihr mir Bedauern mit, dass ich, solange sie mit der Gruppe in Kontakt stand, unsere Beziehung beenden musste. Ich konnte keine weiteren Risiken eingehen – besonders wenn nun auch meine Kinder mit hineingezogen werden.

Ich muss nicht extra erwähnen, dass sie dachte, ich wäre verrückt geworden und voller Vorurteile, aber ich hatte diese Entscheidung treffen müssen und wie sich später herausgestellt hat, war sie richtig. Aber das ist eine andere Geschichte.

Erinnert ihr euch, was ich zu Beginn des Kapitels gesagt habe?

Ich hatte scheinbar einen Zustand der Liebe und Akzeptanz für alle Menschen, alle Wege, für alle, die sich in ihrer Ignoranz abmühen, erreicht... Ich war in einem bestimmten Sinn in genauso einer schlechten Situation, wie damals, als mir die „Stimme“ gesagt hatte, dass ich über das „Böse“ lernen muss. ...was ich nicht wusste war einfach, wie subtil und qualvoll diese Irreführung sein kann und wie sie sich auf individueller, persönlicher Basis manifestiert.

Welche Schlüsse können wir nun aus all dem ziehen?

Ich hatte neulich ein paar Freunde gebeten, sich diese Erzählung durchzulesen um herauszufinden, ob sie meine Analyse dieser Ereignisse irgendwie teilen könnten. Ich war sehr dankbar für die Klarheit ihrer Antworten, die so scharfsinnig waren, dass ich sie hier teilweise zitieren möchte.

C. schrieb:

„Mir kommen dabei folgende Gedanken:
1. Die Hierarchie des Systems der Attacken kann oder kann nicht von den „Trägern“ bewusst gewusst werden, besonders wenn sie sich auf den unteren Stufen dieser Hierarchie befinden.
2. Die Verständigung kann fragmentiert oder ausgezeichnet sein; Angriffe kommen mit einer Integrität der gewählten Angriffsart und werden durch Ansteckung weitergegeben, oder werden künstlich auf jeden wunden Punkt der Zielperson angewendet.
3. Man kann Bedingungen, ein wenig Nörgelei oder „kleine Schuldzuweisungen“ beobachten, die erklärt werden können oder von positiveren oder verbindlichen Eigenschaften der in Frage kommenden Person überdeckt werden.
4. Auf der anderen Seite sind „Verrücktheit“ oder „persönliche Eigenheiten“ nicht notwendigerweise Anzeichen für eine Ansteckung.
5. Der offensichtliche „Liebe und Licht“ Trugschluss ist für mich persönlich interessant. Das hängt mit Punkt 3 (siehe oben) zusammen (z.B. Vergebung).

Zum Thema Vergebung: Vergebung kann leicht automatisiert werden und scheint ein Punkt zu sein, wobei man gegenüber kleinen geforderten Bedingungen leicht blind werden kann.

Wenn man mit einem Angriff konfrontiert ist, muss man sich der Dynamik der Situation klar bewusst sein. Wenn man dabei bewusst oder unbewusst jemanden übersehen hat oder ihm bewusst oder unbewusst seine Fehler oder Falschheit vergibt, schafft das Schwäche in der eigenen Integrität. Mit Integrität meine ich nicht meine Definition von moralischer Integrität. Ich meine damit eher eine allgemeine „Ganzheit“.

Wenn du dich auf dem Weg der Vergebung befindest, öffnest du dich auch dem Bereich der Nicht – V